AZ-Leserbrief

„Das Vorhaben gilt es sofort zu stoppen“

+
Wald (Symbolbild).

Der Arbeitskreis Hallesche Auenwälder zu Halle (AHA) und die Initiative „Pro Baum“ können die Fällung von 159 Bäumen im Gebiet der Hansestadt Stendal nicht nachvollziehen:

Bekanntlich haben Bäume und Sträucher (Gehölze) sehr wichtige Funktionen bei der Versorgung der Atmosphäre mit Sauerstoff, bei der Aufnahme und Verarbeitung von Kohlendioxid, beim Wasserkreislauf und -haushalt, bei der Entstehung von Kalt- und Frischluft sowie als Lebens-und Rückzugsraum von zahlreichen Tier- und Pflanzenarten. Ferner dienen Gehölze der Erholung sowie der Aufwertung von Siedlungen und Landschaften.

Dabei üben sie diese lebensnotwendigen Funktionen als Einzelgehölze sowie im Verbund in Wäldern, in Gehölzstreifen und -gruppen aus. Der Mensch nutzte beziehungsweise nutzt Wälder unter anderem ebenfalls zur Holzgewinnung. Insbesondere der Mensch hat jedoch umfassend Wald- und Gehölzflächen rapide reduziert, indem er Rodungen für die massenhafte Holzgewinnung, zur Gewinnung von Acker-, Siedlungs-, Industrie- und Verkehrsflächen sowie zum Abbau von Bodenschätzen vornahm beziehungsweise vornimmt.

Die wissenschaftlich anerkannte Tatsache, dass der Mensch durch die massive Nutzung von fossilen Brennstoffen, die rasante Entwicklung von Motorisierten Individualverkehr und Gütertransport auf Straßen und Autobahnen vorantreibt, welche mit massiven Flächenversiegelungen zum Neubau für Verkehrsstraßen, Gewerbe- und Wohngebieten gekoppelt ist sowie mit Zerstörung von Gehölzbeständen in Wald- und Siedlungsgebieten einhergehen, bilden die entscheidende Grundlage für die Zunahme an Dauer und Heftigkeit von Hitze- und Trockenheitsperioden.

Die Wasserdefizite in Böden und Gewässern begleiten uns seit mindestens fünf bis sechs Jahren. Zu einem sehr wichtigen Beitrag des Menschen, um was zum Schutz von Umwelt, Natur, Landschaft und Klima zu tun, gehört auch der Schutz von Bäumen und Sträuchern in Siedlungsgebieten des Menschen.

In dem Blickwinkel betrachtet können die Initiative „Pro Baum“ und der AHA in keiner Weise die geplante und massiv drohende Fällung von 159 Bäumen im Gebiet der Hansestadt Stendal nachvollziehen. Beide Organisationen fordern die Verantwortlichen in Politik und Verwaltung auf, transparent ihr Anliegen der Öffentlichkeit vorzulegen und somit die Bevölkerung und ihre Initiativen und Vereine miteinzubeziehen.

Den bisher vorliegenden Medienmeldungen können die Initiative „Pro Baum“ und der Arbeitskreis Hallesche Auenwälder zu Halle (Saale) in keiner Weise die Notwendigkeit für derartige Massenfällungen entnehmen. Daher gilt es das Vorhaben sofort zu stoppen und einer ernsthaften, wissenschaftlich-fundierten Prüfung zu unterziehen. Die Initiative „Pro Baum“ und der Arbeitskreis Hallesche Auenwälder zu Halle sind bereit, sich im Rahmen ihrer gemeinnützigen und ehrenamtlichen Möglichkeiten fachlich-inhaltlich mit Rat und Tat einzubringen.

Aus den obengenannten Gründen heraus rufen die Initiative „Pro Baum“ und AHA interessierte Personen und Organisationen zur aktiven Mitwirkung auf und sich mit einzubringen.

Ellen Renne, für die Initiative „Pro Baum“ und den Arbeitskreis Hallesche Auenwälder zu Halle

---

Leserbriefe geben die Meinung des unterzeichnenden Verfassers wieder, mit der sich die Redaktion nicht immer identifiziert. Anonyme Briefe werden nicht veröffentlicht. Die Redaktion behält sich Kürzungen vor.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare