Ingrid Ringleb schreckt die Werbekampagne eher ab: Sinnlos und überflüssig

„Im verkehrten Film?“

Ingrid Ringleb aus Salzwedel zur neuen Werbekampagne „Grüne Wiese“:.

Leserbriefe

Als ich aus der Presse von dieser neuen „Werbekampagne für die Altmark“ erfuhr, dachte ich, im verkehrten Film zu sein. Werbung für unsere Region ist gut und nötig, aber bitte doch nicht so! Die Bilder sind düster und wecken sicher nicht nur bei mir negative Emotionen. Der grüne (Abfall-) Punkt mit dem großen A, was vieles heißen kann, macht es auch nicht besser. Dem Betrachter den Rücken zudrehen? Diese Körpersprache signalisiert, kein Interesse, lasst mich in Ruhe.

Die Altmark eine grüne Wiese? Wir sind eine ländlich geprägte Region, die meisten Flächen sind landwirtschaftliche Nutzflächen und Wald. Aber wir haben doch viel mehr zu bieten. Wo ist etwas über die „Perle der Altmark“, den Arendsee, zu lesen? Wo über die anderen schönen Kleinode mit den typischen Fachwerkhäusern, und wo bleibt das Alleinstellungsmerkmal für Salzwedel, unser Baumkuchen u.v.a.?

Provokation ist manchmal gut, kann aber auch voll nach hinten losgehen. Wer soll die Zielgruppe sein? Es sollten wohl potenzielle Touristen angesprochen werden, Neugierde sollte geweckt werden.

Aber der erste Eindruck zählt, ein Bild sagt mehr als 1000 Worte. Ich kann mir nicht vorstellen, dass durch diese 360 000 Euro! teure Kampagne zusätzliche Besucher in die Altmark kommen werden. Eine wichtige Zielgruppe wären Investoren und Unternehmen gewesen, denn wir können hier nicht nur vom Tourismus leben. Doch da müssen entsprechende Rahmenbedingungen vorhanden sein, diese Werbekampagne wirkt eher abschreckend.

Außerdem haben wir den Autobahngegnern mit dieser Aktion einen Bärendienst erwiesen. Ich kann überhaupt nicht verstehen, wie in dem Entscheidungsgremium bekannte Autobahnbefürworter diese Kampagne unterstützen und absegnen konnten, denn „Ruhe und eine grüne Wiese“ braucht keine Autobahn, aber die Unternehmen in unserer Region sehr wohl.

Und wieso wurde eigentlich eine Kieler „Agentur für Strategische Planung und Kommunikation“ mit diese Kampagne beauftragt? Nach welchen Kriterien wurde sie ausgewählt und gab es eine Ausschreibung? Wir haben genug gute Marketing- und Werbefirmen in der Altmark, die das mit Sicherheit besser hinbekommen hätten und die Fördergelder wären in unserer Region geblieben.

Ich finde, diese Werbekampagne ist genauso sinnlos und überflüssig wie die Frühaufsteher-Kampagne von Sachsen-Anhalt. Fördergelder sollten sinnvoller und verantwortungsbewusster verwendet werden.

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