Leserbrief

„Verkehrsinseln und Einengungen bringen nichts“

Betr.: Artikel „Stationäre Blitzer für Kakerbeck?“ in der Altmark-Zeitung vom 17. März. Dazu schreibt Margot Göbel aus Estedt:

Die Bürgerinitiative B 71 Estedt fordert seit Jahren eine Ortsumgehung nicht nur für Estedt. (8500 Fahrzeuge in 24 h, Lkw-Anteil 19,1 Prozent. Quelle: www.bast.de). 

Geschwindigkeitsbeschränkungen sind zwar nicht die optimale und endgültige Lösung, aber in Kombination mit mehr Kontrollen bzw. mit stationären Blitzern würde sofort mehr Sicherheit erreicht werden können. Es müssten lediglich die gegenwärtig vorhandenen Zusatzschilder mit der Zeitbegrenzung abgenommen werden – für Lkw, in der Zeit von 22 bis 6 Uhr. Die bisherigen Maßnahmen wie „Flüsterasphalt“, Geschwindigkeitsbeschränkungen für Lkw in der Nacht, die Sperrung der B 71 für Schwerlastverkehr von mehr als 12 t (seit 2005 für den überregionalen Schwerlastverkehr) und die Einengung der Fahrbahn sowie der Bau von Verkehrsinseln haben nicht viel gebracht. In Bezug auf die Sperrung werden Lkw-Kontrollen kaum durchgeführt. Im Zuge der Mauterfassung könnte das verändert werden, wenn es denn wirklich gewollt wäre. Oder soll die Sperrung aufgehoben werden, wenn die Speditionen Maut zahlen?

Ortschaftsrat und BI Estedt begründen ihre Forderung (30 km/h ohne Zeitbegrenzung für alle Fahrzeuge) mit den spezifischen örtlichen Gegebenheiten. Auf der nur etwa einen Kilometer langen Ortsdurchfahrt reihen sich die Gefahrenstellen dicht aneinander. Ein Tempolimit wäre deshalb für die gesamte Ortsdurchfahrt wichtig. Es würde zur Erhöhung der Sicherheit im Bereich des geplanten überregionalen Kinderzentrums beitragen. Weitere standortbezogene Faktoren sind neben der hohen Zahl der Fahrzeuge die acht Abzweigungen, zwei Bushaltestellen, eingeschränkte Sichtverhältnisse an den Grundstückszufahrten, die versetzte Bebauung und eine Doppelkurve. Mehr Sicherheit gäbe es auch für notwendige Querungen landwirtschaftlicher Fahrzeuge der ortsansässigen Landwirte und für Radfahrer auf dem Altmarkrundkurs.

Den Kakerbeckern, die über eine Geschwindigkeitsreduzierung durch Einengung der Fahrbahn, den Bau von Verkehrsinseln sowie „Schikanen“ nachdenken, können wir sagen, dass die Verkehrsinseln und Fahrbahnverengungen in Estedt dazu geführt haben, dass Lkw immer wieder auf den Rad-/Fußweg auffahren, über die Inseln poltern und so Radfahrer und Fußgänger gefährden. An über 100 Stellen mussten im letzten Jahr zerfahrene Bordsteine ausgewechselt werden.

Eine Geschwindigkeitsbegrenzung in mehreren Ortschaften in Kombination mit stationären Blitzern (wenn es also Maut und Zeit kostet) wäre auch eine Art „Schikane“, würde die Attraktivität (Wirtschaftlichkeit) der B 71 verringern und könnte so den Lkw-Verkehr von der Bundesstraße auf die Autobahnen zurückführen. Allerdings sind die Autobahnen ebenfalls überlastet und es fehlen Stellplätze. Das ist wohl auch ein Grund für die Missachtung der Sperrung der B 71 für den überregionalen Lkw-Verkehr. Die Hoffnung, dass die A 14 zukünftig die B 71 entlasten könnte, ist wegen der Streckenführung allerdings eher gering. Eine Geschwindigkeitsbegrenzung würde bedeuten: weniger Lärm- und Feinstaubbelastung innerhalb der Ortschaften durch rechtzeitiges Abbremsen schon außerhalb der Ortschaft und Verkürzung der Bremswege (Bremsabrieb) innerorts; mehr Sicherheit beim Überqueren der Bundesstraße; weniger Schäden an den Gebäuden – weniger Risse an Gebäuden durch Erschütterungen und Spritzwasser an den Fassaden.

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