Leserbrief

„Unsensibler Umgang“

Betreff: Dannefelder Weihnachtsmarkt ohne den Auftritt der Miester „Drömlingsspatzen“. Dazu schreibt Beatrice Trüe aus Miesterhorst:

„Was ich am Montag, 5. Dezember, in der Altmark-Zeitung lesen musste, machte mich sehr traurig und auch wütend. Und da ich die Vorgänge teilweise mit verfolgt habe, möchte ich es so nicht unkommentiert stehen lassen.

Da „musste“ der Ortsbürgermeister von Dannefeld „Kritik loswerden“, weil die „Drömlingsspatzen“ nicht den Dannefelder Weihnachtsmarkt eröffnet haben, wie es auf der Einladung stand. Aber es stand kein Wort davon in der Zeitung, dass Herr Lüer im Vorfeld mit Frau Finger feste Absprachen getroffen hat, dass die Spatzen, wie auch im vergangenen Jahr, im schönen neuen Dorfgemeinschaftshaus auftreten können. Frau Finger hatte ihr Programm darauf abgestimmt, wollte Instrumente einsetzen und die Kinder im Spatzen-T-Shirt auftreten lassen. Das weiß ich, weil ich bei der Planung involviert war und auch der Elternbrief dementsprechend verfasst wurde.

Aus der Zeitung vom 19. November konnte man erfahren, dass die Vereine und der Ortschaftsrat diese Absprachen ignoriert haben und Klaus-Peter Krone ein „einfach nur warm anziehen!“ empfahl. Oder hatte der Ortsbürgermeister bei der Versammlung die Vereine nicht über seine frühere Zusage informiert? Selbst nach dieser Versammlung sah es niemand für nötig an, Frau Finger über die Änderung der Auftrittsbedingungen in Kenntnis zu setzen oder eine einvernehmliche Regelung zu finden. Von sich aus suchte sie das Gespräch mit dem Bürgermeister und hoffte auf eine Reaktion. 14 Tage hatte der Ortsbürgermeister somit Zeit, die anderen Vereine zu informieren und nach einer verträglichen Lösung zu suchen. Aber es hat niemand bei Frau Finger geklingelt und scheinbar war es nicht einmal einen Anruf wert.

Ich kann mich des Eindrucks nicht erwehren, dass der Auftritt der „Drömlingsspatzen“ gezielt „gegen die Wand gefahren“ werden sollte. Die Zitate aus der Zeitung lassen diesen Eindruck entstehen. Geht man so mit Menschen um, die sich freiwillig engagieren? Oder sollte das Ganze ein großes Missverständnis sein? Dann verstehe ich allerdings nicht, warum man nicht miteinander reden kann.

Der Erfolg des Dannefelder Weihnachtsmarktes ist das Ergebnis vieler fleißiger Helfer. Es ist hoch anzurechnen, dass viele Menschen Zeit opfern, Ideen und Talente gebündelt werden, um eine solch schöne Tradition zu erhalten. Viele Jahre bin auch ich als Mutter nach Dannefeld zum Auftritt der Spatzen gefahren und habe mich auf den leckeren Kuchen und die schönen Basteleien gefreut. Daher irritiert es mich umso mehr, dass einige derart unsensibel mit anderen Ehrenamtlichen umgehen. Wenn man sich in Dannefeld so an Vereinbarungen hält, kann man jeder „anderen Musikgruppe aus den Nachbarorten“ nur empfehlen, nicht auf sich zurückgreifen zu lassen. (Zitate des Bürgermeisters).

Seit vielen Jahren bin ich ein „großer Fan“ der Drömlingsspatzen und helfe Frau Finger gern bei ihrer organisatorischen Arbeit. Gerade in letzter Zeit war ich sehr intensiv mit den Spatzen beschäftigt, da Frau Finger nach dem Weggang ihres Kollegen Jens Keunecke allein mit den Kindern einen reibungslosen Ablauf der Auftritte zu bewältigen hatte. Ich tue dies, weil ich Frau Finger und ihr Engagement über alles schätze. Auch meine Kinder waren einmal stolze „Spatzen“ und hatten Freude und Anerkennung bei ihrem Chor. In jedem Kind entdeckt Frau Finger Talente, jeder bekommt seinen kleinen Auftritt und seinen kleinen Erfolg. Das macht unsere Kinder stolz und stärkt ihr Selbstbewusstsein. Und daher kann ich auch nicht verstehen, wie man diese ehrenamtliche Arbeit und eine geschätzte Lehrerin derart diffamiert.

Es ist ein großes Glück, eine engagierte Chorleiterin zu haben, die selbst in Dannefeld seit über 20 Jahren treu den Weihnachtsmarkt zu einem Erlebnis macht, das über die Dorfgrenzen hinaus wirkt. In Mieste, Gardelegen, Kalbe, Solpke, Sachau und selbst in Berlin auf der Grünen Woche scheint man das zu wissen, sodass selbst das MDR-Fernsehen darüber berichtet. Nur in Dannefeld scheint es manch einer nicht zu wissen.“

Leserbriefe geben die Meinung des unterzeichnenden Verfassers wieder, mit der sich die Redaktion nicht immer identifiziert. Anonyme Briefe werden nicht veröffentlicht. Kürzungen behält sich die Redaktion vor.

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