„Unnötiges Sommertheater“

Für Erika Schröder aus Salzwedel stellt sich die Frage: Ist die Stadt Salzwedel Exot unter den Gemeinden mit schwieriger Haushaltslage? Die ehemalige Stadträtin schreibt:

Dank ausführlicher Berichterstattung ist es jedem interessierten Leser möglich, diese Frage selbst zu beantworten. Der Finanzminister Bullerjahn beklagt, wieder Schulden machen zu müssen. Der Landrat Ziche spricht von seinem immer noch vorläufigen Haushalt 2010. Erstaunlich, dass diese Tatsachen von den kritisierenden Stadträten überlesen wurden. Jedenfalls habe ich in keiner Zeitung Informationen über „vertane Chancen“ seitens unserer Stadträte und Kreistagsmitglieder gelesen.

Statt der aktuellen SPD-Fraktionssticheleien und des nachgeschobenen Leserbriefes von Karl-Heinz Reck und Susann Meinecke hätte ich präzise und konkrete Einsparvorschläge zum Haushalt erwartet und nicht solch unnötiges Sommertheater. Schließlich ist die schwierige Haushaltslage der Stadt nicht erst seit vier Wochen bekannt.

Den „Schwarzen Peter“ der Bürgermeisterin zuzuschieben, die nach Amtsantritt die Schuldenverwalterin der Auswirkungen von Stadtwerke-Weggabe, Kulturhaus-Modernisierung, des tollen Internationalen Hansetages sowie durch Wirtschaftskrisen bedingter Einnahmeausfälle wurde und dennoch unverzagt sogar Neues initiiert, ist böswillig, beleidigend und billig. Außerdem ist bei aller notwendigen Transparenz ein gewisser Anarbeitungsstand bei besonders sensiblen Problemen und Schwierigkeiten erst einmal intern zu leisten.

Nein, sehr geehrte Stadträte: Eine erneute Nörgelkampagne hat unsere Hansestadt wahrlich nicht verdient. Beim Abtragen eines solchen Berges braucht die Stadt keine Sticheleien und Besserwisserei, sondern endlich beherzt zupackende Abgeordnete, die sich ehrlich engagieren und transparent mit Ideen, Vorschlägen und Zahlen ihren Wählerauftrag erfüllen.

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