Leserbrief

„Und was macht die EU?“

Christfried Lenz aus Rittleben hat seine eigene Meinung zur Wolfsdiskussion:

„Wir müssen lernen, mit dem Wolf zu leben.“ So? Wer verordnet uns das denn und warum? Ich finde gut, dass es den Wolf in unseren Wäldern wieder gibt. Von zentraler Bedeutung für das Ökosystem ist er jedoch nicht und vom Aussterben bedroht auch nicht. Andere Tiere sind von zentraler Bedeutung für das Ökosystem: die Bienen und viele weitere Insektenarten. Sie bestäuben die Blüten und dienen Vögeln, Fledermäusen, Amphibien und kleinen Reptilien als Nahrung. Dass sie erheblich weniger geworden sind, weiß jeder, der schon etwas länger Auto fährt und in den letzten Jahren eine zweifelhafte Freude über seine nicht mehr von Insekten verklebte Windschutzscheibe empfinden mag. Die Hauptursache ist bekannt: der Chemieeinsatz in der Landwirtschaft.

Und was macht die EU? - Das auch für Insekten schädliche und mit großer Wahrscheinlichkeit krebsauslösende Glyphosat hat sie weiter zugelassen, den Schutz des Wolfes aber ganz hoch gehängt. Dahinter könnte ein fieses Kalkül stecken: Dass die Ausbreitung des Wolfes über ein bestimmtes Maß hinaus Ärger und Widerstand hervorrufen würde, war absehbar. Jeder kann nachvollziehen, dass Tierhalter stocksauer sind, wenn sie neben ihrer eigentlichen Arbeit nun auch noch Papierkrieg mit Behörden führen müssen, um nachzuweisen, dass Schäden durch den Wolf verursacht wurden.

Indem eine kritische Stimmung gegen den auch noch mit kostenträchtigen bürokratischen Institutionen flankierten Wolfsschutz aufgebaut wird, gerät das eigentliche Problem in den Hintergrund: die industrielle Landwirtschaft. Die Imker – und nicht nur sie – wissen ein Lied zu singen. Und wann hat jemand zum letzten Mal eine Lerche gehört?

Eine ökologieverträgliche Landwirtschaft voranzubringen, das ist wichtig für Mensch, Tier und Pflanzen und gerade auch für die Entwicklung der Altmark als Region, wo gehetzte Städter entspannen können. Hierauf sollte grüne Politik sich konzentrieren, anstatt den in der EU sitzenden Freunden der Chemieindustrie in die Falle zu laufen.

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