Leserbrief aus Groß Chüden zur EU-Lärmkartierung

Umgehung: „Die Chance ist vertan“

Unser Leser Siegfried Müller aus Groß Chüden bezieht sich auf den AZ-Artikel „Alles ausgereizt und abgelehnt“ vom 28. November über die EU-Lärmkartierung:

"Diese Situation an der Magdeburger- / Ernst-Thälmann-Straße ist für mich der Ausdruck eines verfehlten Stadtentwicklungskonzepts. Hier wird nur eine Lärmkartierung vorgenommen, der Einfluss von Emissionsbelastungen wie Abgase und Feinstaub werden nicht einmal erwähnt. Aber gerade diese sind mittlerweile zu entscheidenden Kriterien für ein erträgliches Leben an den viel frequentierten Straßen geworden – siehe Fahrverbote.

Leserbrief

Für die Anwohner ist es eine tägliche Tortur, sich diesen zusätzlichen Belastungen zu stellen. Immerhin dauert die Auseinandersetzung schon fast 15 Jahre. Eine Besserung ist nicht in Sicht. Dabei hatte es die Stadt einmal in der Hand, die Grundlage für ein vernünftiges und für alle Seiten tragbares Stadtentwicklungskonzept zu schaffen. Aber der Stadtrat entschied sich damals für eine kostengünstige Lösung.

Die Lösung des Problems wäre aus meiner Sicht eine Verschiebung des jetzt bestehenden Lokschuppen-Kreisels samt Brückenbauwerk etwa 500 Meter in südlicher Richtung – zwischen Ritzer Brücke und der K 1002-Brücke (Richtung Ritze) – gewesen. Von dort aus über die Feldmark in Richtung B 190 / Einmündung Kollwitz-Straße und weiter zur B 71 / B 248 (Fuchsberg-Kreisel). Dann hätte auch ein Ausbau des Bundesfeldweges entfallen können. Alle in diesem Bereich befindlichen Bundesstraßen hätten eine direkte Verbindung erhalten und das nächste sich ankündigende Problem wäre minimiert worden: die Bahnübergänge.

Zudem wäre der Aufwand für den Ausbau der Trasse der gleiche geblieben, da dieselbe geologische Formation vorzufinden ist. Die positive Seite wäre gewesen, dass die Stadt sich sicherlich anders entwickelt hätte, die Lebensqualität besser, die Attraktivität größer und die Akzeptanz aller zu ihrem Heimatort geworden wäre

Die Chance ist vertan. Hoffnungen auf eine Besserung kann bei den erkennbaren Problemen nicht erreicht werden. Für mich als ehemaligen Bewohner der Oststadt war es zur damaligen Zeit schon nicht nachvollziehbar, dass eine Bundesstraße mitten durch die Stadt gebaut wurde. Es wäre so, als wenn der Uelzener Stadtrat beschlossen hätte, die B 4 durch Uelzen zu bauen. Es geht ja auch anders."

Leserbriefe geben immer die Meinung des Verfassers wieder. Sie müssen mit Anschrift und vollem Namen unterzeichnet sein. Anonyme Schreiben werden nicht veröffentlicht.

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