Tierheim: „Hurra, wir sind endlich sachkundig“

Suse Hasani aus dem Hoyersburger Tierheim findet, dass sich die Katze in den eigenen Schwanz beißt. Sie und zwei weitere Mitarbeiterinnen haben den geforderten Sachkundenachweis absolviert.

Nun will das Veterinäramt einen Pacht- oder Kaufvertrag mit der Stadt sowie ein betriebswirtschaftliches Konzept sehen, um die Betriebserlaubnis erteilen zu können. Doch die Stadt verhandele nicht, wenn keine Betriebserlaubnis vorliege:.

Nachdem dem Veterinäramt drei Jahre Ausbildung als Tierheimtierpflegerin und vier Jahre Pflegestelle und Vermittlungsarbeit im Tierschutz sowie Sachkunde-nachweis für Hunde als Voraussetzung nicht genügte, absolvierten alle derzeitigen Mitarbeiter das vom Veterinäramt geforderte fünftägige Sachkundeseminar erfolgreich. Ich auch. Aber wenn ich glaubte, wir würden jetzt eine Betriebserlaubnis für das Tierheim bekommen und endlich die Aufgaben verrichten können, für die wir angestellt wurden, weit gefehlt.

Immer noch werden uns Steine in den Weg gelegt. Nicht nur von den Behörden, sondern auch von Missgünstlingen, die sich für nichts zu schade sind, uns das Leben schwer zu machen. So werden Pappen auf unsere Spendenboxen im Kaufland, im Edeka und im Obi gelegt mit der Aufschrift „Nicht mehr spenden, Tierheim geschlossen“ und unsere Unterschriftenlisten werden bekritzelt oder entfernt. Dabei scheint diesen Menschen egal zu sein, dass wir immer noch Futterstellen für herrenlose Katzen betreuen und mit Futter beliefern und ich den Betreuern mitteilen muss, dass keine Spenden eingegangen sind. Abgesehen von den Tieren, die wir im Tierheim zu versorgen haben.

Während wir die Futterstellen und die Tafel Salzwedel immer mit Tierfutter aus Spenden versorgen konnten, müssen wir das Futter jetzt einkaufen, und die Tafel wird nicht mehr beliefert. Das macht mich traurig und wütend. Ich bin diejenige, die ständig Leute mit gefundenen oder verletzten Tieren abweisen muss. Ich muss zuschauen, wie meine Mitarbeiterinnen uns verlassen, weil ihnen die Zukunft als Tierheimmitarbeiterin zu ungewiss ist, wenn man eine Familie zu versorgen hat. Und das alles, obwohl wir unsere Aufgaben sofort wieder aufnehmen könnten, wenn es gewollt wäre. Ich bin jedenfalls da, ich kann, ich will, und es wird langsam Zeit, dass man mich lässt. Über 700 Unterzeichner unserer Listen sind genau so ungeduldig wie ich.

Suse Hasani Salzwedel

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