Leserbrief

„Tiere lassen sich nicht artgerecht einsperren“

Zu den Neuheiten im Tiergarten Stendal schreibt Ellen Renne aus Tangermünde:

„Vor 17 Jahren hat sich unser Verständnis für artgerechte Tierhaltung grundlegend geändert ...“, so der Verein der Tiergartenfreunde. Diese Entwicklung ist schon zu lange her und hat sich leider nicht weiterentwickelt.

Nur ein Beispiel dafür ist die Aktion mit den Bären aus dem Serengeti-Park. Wie kann man zwei ältere Bären aus einem Gehege holen, das fast so groß ist wie das gesamte Tiergartengelände, und sie in bedeutend kleinere Gehege sperren ohne schlechtes Gewissen? Würden wir so eine Platzreduzierung mögen? Aber Tiere können sich ja nicht wehren.

Die Stadt Klötze war da zeitgemäßer. Da dort verstanden wurde, dass ihr Platzangebot nicht genügt, sind die Bären in den Bärenpark Müritz umgesiedelt worden.

Tiere lassen sich nicht „artgerecht“ einsperren. Sie profitieren auch nicht davon, wenn „viel Liebe“ in ihr Gefängnis gesteckt wird oder es „aufgehübscht“ wird.

Jeder sollte sich vor die Gehege stellen und fragen: Will ich auf dieser Fläche mein ganzes Leben verbringen?

Lebende Exponate sind nicht mehr zeitgemäß, sie verstoßen gegen Ethik und Moral. Mitgefühl ist Grundlage jeder Moral.

Es gibt genügend Alternativen, sich belustigen zu lassen, und Tiere kann man sich in der Natur bzw. auf dem Bildschirm viel natürlicher anschauen.

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