Leserbrief

Der tägliche Wahnsinn in der neuen 20er-Zone

Wolfgang Behrendt aus Salzwedel setzt sich mit der Parkverbots- und 20er-Zone in Salzwedel auseinander:

Ein paar Gedanken zu der neuen, seit Monaten rund um den Nicolaiplatz und auch anderen Bereichen der Innenstadt von Salzwedel einheitlich geltenden Zonen für ein eingeschränktes Halteverbot sowie einer Höchstgeschwindigkeit von 20 km/h: Genau so lange, wie diese Zonen bestehen, habe ich diverse Male in der Stadtverwaltung nachgefragt, wann die alten Verkehrszeichen, mit denen Beginn und Ende des zulässigen eingeschränkten Halteverbots angezeigt werden, entfernt werden. Offenbar hatte das Landesverwaltungsamt Halle Widerspruch gegen die Regel geltend gemacht, weil angeblich zu viele Parkflächen vorgesehen seien.

Dass eine Anpassung vorgenommen sollte, wurde mir aber auch bereits vor Monaten mitgeteilt. Nur leider passiert nichts. Außer, dass sich die Masse der Verkehrsteilnehmer diese Ungereimtheiten zunutze macht. Ziel der Einrichtung dieser Zonen sollte doch sein, dass der Schilderwald verringert wird sowie in der Innenstadt gleiche Verkehrsverhältnisse herzustellen. Dann frage ich mich aber, was eine Parkverbots-Zone für einen Sinn machen soll, wenn zirka zehn Meter nach dem entsprechenden Schild das alte Verbotsschild stehen bleibt und zirka 50 Meter weiter dieses alte Verbot noch immer aufgehoben wird, wie zum Beispiel an der Nicolaistraße. Dort haben die Kraftfahrer das Einbahnstraßenschild entdeckt und parken beidseitig ab Aufhebung, sodass kaum ein Durchkommen ist. Auskunft von einem Politeur (männliche Form von Politesse) dazu: „Da kann man nichts machen, weil man nicht feststellen könne, wer zuletzt sein Fahrzeug geparkt hat.“

Vom Parkplatz „Kleine Sankt-Ilsen-Straße“ (früher Netto) kommend, muss man aufpassen, dass man nicht umgefahren wird von den Fahrzeugen, die gerade erst, von der Altperverstraße kommend, das 20-Zone-Verkehrszeichen passiert haben. Es ist immer wieder zu beobachten, dass die meisten Kraftfahrer die Existenz dieser Zone überall in diesem Bereich völlig ignorieren. Es wird rund um den Nicolaiplatz gefahren, als gelte es Rennen zu gewinnen. Allen voran die Taxifahrer, die ihre Fahrgäste zu den Arztpraxen bringen und nicht zu vergessen auch viele Beschäftigte aus der Stadtverwaltung sowie den Döner-Boten, der es immer verdammt eilig hat. Wie kann so etwas sein? Haben wir inzwischen totale Anarchie auf unseren Straßen? Muss es erst zu Unfällen mit Verletzten oder gar Toten kommen, bevor etwas unternommen wird gegen diese Entwicklung? Letztlich frage ich mich, ob die Entscheidung zur Einrichtung dieser Innenstadtzone für eingeschränktes Halteverbot und einer festgelegten Höchstgeschwindigkeit von 20 km/h lediglich ein PR-Gag unseres Stadtrates war, damit dieser auch mal wieder etwas beschlossen hat?

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