Karl-Heinz Reck: „Der liebe Kulturfreund muss sich entscheiden“

„Da stimmt was nicht“

Karl-Heinz Reck aus Salzwedel äußert sich zur Kollision zweier Kulturtermine am 3. Mai in Salzwedel.

Leserbrief

„Da stimmt was nicht! Das muss besser werden! Joachim Mikolajczyk lädt die „lieben Kulturfreunde“ per E-Mail zu einer Ausstellungseröffnung mit Konzert ein. Er schreibt: „Am 3. Mai ist es wieder soweit. Wir freuen uns auf ihren Besuch.“ Es handelt sich um eine Ausstellung in der Mönchskirche mit einer Installation der bekannten Künstlerin Angelika Flaig. Ein sicherlich herausragendes Kunsterlebnis für alle Kunstfreunde.

Am gleichen Tag, zur gleichen Zeit hat das Jenny-Marx- Forum Salzwedel in Zusammenarbeit mit dem Altmarkkreis Salzwedel zu einer Veranstaltung im Konzertsaal der Kreismusikschule eingeladen. Das Programm der bekannten Autorin Caroline Vongries trägt der Titel „Liebe als Kapital“. Gestaltet wird das Programm vom „ensemble theatrum“, der junge Karl Marx und seiner Liebe zu Jenny werden in Szenen mit Musik dargestellt. Das Programm hat Premiere in Salzwedel. Auch das ist eine Veranstaltung von außergewöhnlicher Qualität und wäre sicherlich für auch für alle Kulturfreunde ein Erlebnis. Die Altmarkzeitung berichtete am 13. April darüber.

Beides geht nicht, der „liebe Kulturfreund“ muss sich entscheiden! Aber muss das so sein, da stimmt doch etwas nicht! Es will mir nicht in den Kopf, dass es nicht möglich sein soll, Überschneidungen bei herausragenden Kulturveranstaltungen in einer so kleinen Stadt zu vermeiden.

Es will mir nicht in den Kopf, dass es nicht möglich sein soll, dass ein Mitarbeiter der Stelle im Rathaus, die für die Organisation von Kultur verantwortlich ist, also dafür bezahlt wird, zu Beginn eines Jahres zum Telefonhörer greift, die Institutionen und Vereine anruft, die Kulturveranstaltungen ehrenamtlich organisieren und bereits terminlich festgeplante Veranstaltungen nachfragt.

Dann könnte in einer zweiten Telefonrunde über mögliche Überschneidungen gesprochen werden und geklärt werden, ob solche Überschneidungen, wenn sie dann erkannt sind, noch zu verhindern wären. Ich denke, dass der Aufwand vertretbar ist.

Es ist doch schade für die kulturinteressierten Besucher, dass ihnen zumindest ein Kulturereignis entgeht, es ist doch schade für die Künstler, wenn nicht alle Plätze besetzt sind und es ist auch schade für die Organisatoren, wenn ihre Mühe bei der Vorbereitung nicht durch volle „Hallen“ belohnt wird.

Mir ist allerdings auch klar, kein Verfahren, keine noch so gute Abstimmung kann Termindoppelungen vollständig verhindern. Aber, das ist mein Appell, es muss besser werden und man muss es wollen.“

Leserbriefe geben die Meinung des Verfassers wieder. Kürzungen vorbehalten.

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