Otto Bothe kritisiert stundenweise Öffnung neuer Anlagen in der Stadt

„Sportangebote für alle“

Zum Leserbrief „Unfassbar“ von Susann Meinecke, AZ vom 21. August, schreibt Otto Bothe aus Salzwedel:.

Leserbrief

Es ist wohl wieder mal leichter, meinen Beitrag zur Eröffnung der Awo-Freizeitspielanlage scheinbar nicht zu verstehen. Denn mein hochachtungsvolles „Hut ab“ vor der Leistung des Awo-Teams ist selbstverständlich.

Wer mich kennt, weiß: Mir geht es mit meinem langjährigen Engagement immer um die generelle Sportentwicklung in unserer Hansestadt, besonders um den Zugang aller Kinder zu allen traditionellen und aktuellen Sportarten und -anlagen. Jugend ist unser wertvollstes Gut und Sport ist gerade in dieser Gesellschaft zur Entwicklung gesunder und leistungsfähiger Kinder und Jugendlicher unersetzbar wichtig. Trotz großer Bemühungen vieler Schulsportlehrer und der Hansestadt Salzwedel ist jeder Extra-Einsatz zur Schaffung von Spiel- und Sportmöglichkeiten gar nicht hoch genug zu würdigen.

Was aber der springende Punkt ist und endgültig nicht mehr in die Zeit passt: Sowohl die neue Awo-Spielanlage, die im Sommer rekonstruierte Sportanlage der Comenius-Ganztagsschule, die Jahre zuvor modernisierten Anlagen an der Agricola-Halle, an der Lessing-Grund- und -Ganztagsschule sind alle nur stundenweise wochentags geöffnet, einem abgegrenzten Personenkreis zugänglich – und ansonsten vergittert. Was für ein Vorenthalten und was für eine Vergeudung von Möglichkeiten für die Teilhabe aller jungen Menschen am Sporttreiben.

Wenn wir schon die (auch versicherungstechnisch) geltenden Gesetzesschranken nicht schnellstens ändern können, sollten Kommunalpolitiker als Initiatoren dafür sorgen, gemeinsam mit Kreis, Land und Bund Zukunftslösungen dafür zu erarbeiten. Schnell und unkompliziert dagegen könnten wir gemeinsam mit Hilfe haupt- und ehrenamtlicher (Absicherungs-)Kräfte auf kommunaler Ebene exzellente Turn-, Spiel- und Sportangebote allen zukommen lassen – zumindest täglich mehrere Stunden. Kooperation war und ist schon immer ein Markenzeichen für Partner, die finanziell Sorgen haben, aber trotzdem Fortschritte erzielen wollen.

Vor Jahren traten wir, Frau Meinecke, sogar gemeinsam dafür an, für unsere Hansestadt ranzuklotzen, neue Impulse zu setzen und verkrustete Strukturen aufzubrechen. Genau hier ist nun viel zu tun und Ihr praktischer Einsatz gefragt, Frau Stadträtin.

Leserbriefe geben die Meinung des Verfassers wieder. Anonyme Briefe werden nicht veröffentlicht. Kürzungen behält sich die Redaktion vor.

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