„Sollte Schönwetterdienst heißen“

Dietmar Bill aus Diesdorf zum Winterdienst:

Ich glaube, dass der Dienst nicht Winter-, sondern Schönwetterdienst heißen sollte. Warum? Ganz einfach: Den ganzen Frühling, Sommer und Herbst sieht man die orangenen Wagen der Straßendienste entweder mit 25 km/h auf der Landstraße umherschleichen, dies nennt sich dann Streckenkontrolle (mit vier bis fünf Mitarbeitern), oder aber man sieht diese schlecht getarnt an Waldrändern im Schatten stehen und auf den Feierabend warten.

Aber dann kommt für den Straßendienst ganz plötzlich der Winter. Man ist vollkommen überrascht und nichts wie los mit dem Salzstreuer, bei drei Grad minus muss soviel Salz auf die Straße, dass diese nicht vom Frost, sondern von Salz weiß ist. Oh je, oh je, jetzt kommt auch noch der Schnee, da war doch was? Ach ja, Schneeschieben! Aber lasst doch erst einmal die Berufspendler den Schnee schön fest und platt fahren, dann wird erst der Versuch gestartet, den Schnee von der Straße zu schieben, was dann wohl nicht gelang, weil zu spät! Dann schneite es weiter. Jetzt dachten diese Herren wohl: Haun wir doch einfach Salz auf den frischen Schnee, ohne diesen beiseite zu schieben, und das habe ich nicht nur einmal gesehen, und ein bis zwei Stunden später fuhren die Streuwagen mit runtergelassenem Schneeschild dieselbe Strecke und kehrten den Schnee mitsamt dem gerade getreuten Salz wieder von der Straße.

Wenn ich sehe und höre, dass die Straßenämter und Gemeinden jammern, dass ihr Salz zu Ende geht bzw. gar keins mehr vorhanden ist, kann ich nur laut lachen. Die Leute, die diese Schildbürgerstreiche veranlassen und aus dem letzten Winter anscheinend keine Lehren gezogen haben, müssen doch mal zur Verantwortung gezogen werden, denn sie verschwenden Steuergelder und damit nicht genug, es ist ja Geld, das wir alle bezahlen, also auch meins.

Heute Morgen wollte ich, aus der Nachtschicht kommend, von Wolfsburg nach Hause fahren. Obwohl es bei jedem Radiosender, in jedem Wetterbericht, im Fernsehen und in jeder Zeitung angekündigt wurde, dass es am frühen Morgen zu extremer Glätte durch überfrierenden Regen kommen kann, waren die Straßen spiegelglatt, und es war nirgends ein Streufahrzeug zu sehen. Nein, es wurde auch nicht vorbeugend gestreut. Wahrscheinlich wird vom Straßendienst erst wieder abgewartet, bis das Wetter schön wird.

Deshalb bin ich dafür, dass man den Winterdienst in Schönwetter-, zumindest Besserwetterdienst umbenennt! So, das ist meine Meinung.

Ach ja, noch ein kleiner Hinweis an die Herren mit den orangenen Autos: Lackiert sie doch einfach grün, dann fallen sie nicht mehr so auf am Waldrand.

Schönen Winter noch!

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