Kampf gegen Schweinemast: BUND-Ortsgruppe Kunrau blickt zurück

„Sechs lehrreiche Jahre“

Gudrun Lenz aus Kunrau, Mitstreiterin der sich gegen die vor Ort geplanten Schweinemastanlage engagierenden BUND-Ortsgruppe Kunrau, erinnert an die erste Versammlung vor knapp sechs Jahren, bei der das Thema Schweinemast besprochen und die Gründung einer Bürgerinitiative angeregt wurde.

.

Lesermeinung

„Liebe Einwohner, liebe Mitstreiter, erinnern Sie sich an den 19. August 2010? Auf dieser ersten Versammlung wurden die Vorzüge für eine geplante Schweinemastanlage der Betreiber aus dem schönen Bad Bentheim mitgeteilt. Auf Nachfrage, ob man denn etwas dagegen unternehmen kann, die Antwort: Es ist alles perfekt und es stehen dafür nur noch 14 Tage zur Verfügung. Das war die erste große Lüge.

Aus den 14 Tagen sind jetzt sechs Jahre geworden mit einem enttäuschenden Ergebnis, geprägt von Macht und Gier. Aber so ist es.

Der Bürger ist wichtig – aber nur bei den Wahlen, um sein Kreuz zu machen. Hier buhlt man um jede Stimme, wird sogar persönlich angeschrieben, da man ja so wichtig ist. Das ist Demokratie,

Wenn 1500 Bürger gegen den Bau einer Schweinemastanlage in ihrem Ort sind, da sie für sich und ihre Nachfahren gesundheitliche Schäden fürchten, dann interessiert das Verantwortliche und Politiker wenig oder gar nicht. Auch das nennt man Demokratie. Also: Augen auf bei welcher Wahl auch immer.

An dieser Stelle möchte ich mich im Namen unserer Gruppe für sechs lehrreiche, freudige und traurige, aber auch schöne Jahre der Zusammenarbeit bedanken. Danke für das Vertrauen, für die ungebrochene Teilnahme an Versammlungen und sonstigen Aktivitäten, für die überwältigende Spendenbereitschaft (45 915 Euro, Anm. d. Red.) und an alle, die unermüdlich ihre Hilfe kostenlos zur Verfügung gestellt haben. Ob beim Kopieren von Einladungen, die immer Format hatten, bei der Unterstützung zum Schreiben von Einwendungen und bei der Hilfe bei Aktivitäten außerhalb der Versammlung. Danke den Ratsmitgliedern aus Kunrau, die ihre Aufwandsentschädigungen jahrelang für die gute Sache gespendet haben und an die Presse, die uns die ganze Zeit hilfreich begleitet hat.

Wir haben in erster Linie nicht für uns gekämpft, sondern für unsere Kinder und Enkel. Denn: Die Erde ist nur geliehen. Möge unser schöner blauer Planet Erde lange erhalten bleiben. Und darum der Aufruf an unsere Jugendlichen und jungen Familien: Habt eine Auge auf unser schönes Schwimmbad und die Schule. Kämpft um deren Erhalt. Beruft euch auf das Grundgesetz: ,Der Mensch steht im Mittelpunkt.‘

Eines haben wir erreicht – und das kann uns kein Gesetz der Welt nehmen. Nie war der Zusammenhalt in der Bevölkerung so groß wie in den letzten Jahren. Danke für das Vertrauen. Ich bin gerne Kunrauerin.“

Leserbriefe geben die Meinung des unterzeichnenden Verfassers wieder, mit der sich die Redaktion nicht immer identifiziert. Anonyme Briefe werden nicht veröffentlicht. Die Redaktion nimmt Leserbriefe nur entgegen, wenn sie mit Vor- und Zunamen, Adresse und Telefonnummer versehen und persönlich unterzeichnet sind. Leserbriefe sollten die Länge von einer DIN-A 4-Seite nicht überschreiten. Kürzungen behält sich die Redaktion vor.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare