Anne-Marie Schulz zum Veggie-Day-Contra: „Sie werden sich nach Ihrer ,Hecke´ sehnen“

„Schritt in die richtige Richtung“

Anne-Marie Schulz aus Salzwedel zum „Pro und Contra: Verzicht auf Fleisch einmal pro Woche?“, AZ vom 9. August:.

... Das Einzige, was mir zu diesem „Schreibsel“ einfiel, war ein Kopfschütteln ... Eine Schande, dass sich so etwas auch noch Argumentation nennen darf. Als Sahnehäubchen, dann auch noch in der Zeitung abgedruckt.

Wenn Herr Benecke seinen scheinbar unermesslichen Fleischkonsum schon an die Öffentlichkeit bringen muss, dann bitte auf nachvollziehbarer, niveauvoller Art ...

Sind wir mal genau. Es gibt auf unserer schönen Erde genug pflanzliche Nahrung für alle Menschen mit der Bedingung, dass sogenannte Nutztierpopulation eingeschränkt oder gar beseitigt wird. Es werden zum Beispiel 16 Kilogramm Getreide benötigt, um ein einziges Kilo Fleisch zu erzeugen. Konkret: Das Getreide, welches für die Fleischproduktion eines Europäers benötigt wird, könnte in Trikontländern 17 (!) Personen ernähren. Würden wir also den Fleischkonsum auf der Welt um nur 10 Prozent verringern, gäbe es keine Hungersnöte mehr. Zieht man dies in Betracht, erübrigt sich die Frage nach dem Sinn des Veggie-Days, der ein wichtiger Schritt in die richtige Richtung wäre, Menschen zu sensibilisieren und ihnen mehr Verantwortungsbewusstsein für unseren (noch) grünen Planeten zu vermitteln.

Ist man des Kochens mächtig, gelingt jede vegetarische Köstlichkeit und kann unter Umständen ein kulinarischer Genuss werden. Dabei handelt es sich nicht, wie üblicherweise angenommen, ums Weglassen, sondern Ersetzen von Fleisch.

Nach einer nunmehr zweijährigen veganen Selbststudie kann ich sagen, dass vegane oder vegetarische Gerichte keinesfalls fad schmecken müssen. Bei der Zubereitung sind vor allem Einfallsreichtum und Kreativität gefragt, die bei beiden Redakteuren scheinbar nur begrenzt vorhanden sind.

Versuchen Sie, das verhasste Grünzeug mal gänzlich wegzulassen. Sagen wir einen Monat lang, Tag für Tag Klops mit Schnitzel und Wurst statt mit Kartoffeln und Erbsengemüse. Ich verspreche Ihnen, Sie werden sich nach Ihrer „Hecke“ sehnen. Und zu guter Letzt das Thema Tofuwurst. Die Definition von Wurst ist nicht auf ihre Zusammensetzung, sondern die Form zurückzuführen ...

Leserbriefe geben die Meinung des Verfassers wieder. Anonyme Schreiben werden nicht veröffentlicht. Kürzungen behält sich die Redaktion vor.

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