Leserbrief

„Perspektiven aufzeigen“

Dietmar Sommer aus Beetzendorf äußert sich zu dem Artikel „Schulen brauchen weitere Lehrer“ vom 6. März. In diesem berichtete die Altmark Zeitung über das Problem unbesetzter Lehrerstellen im ländlichen Raum in Sachsen-Anhalt:

„Das Land Sachsen-Anhalt schreibt 120 weitere Lehrerstellen aus – das klingt erst einmal gut und richtig. Allerdings handelt es sich hierbei nur um eine Nachausschreibung zum laufenden Schuljahr, weil sich nämlich bei der Erstausschreibung nicht genug Bewerber gemeldet haben. Will denn keiner in unser schönes Land? Oder liegt es vielleicht daran, dass wir zwar vor Jahren früher aufgestanden sind, aber uns jetzt die Müdigkeit einholt? Die jungen Lehrer, die in diesem Jahr ihr Referendariat beenden, suchen naturgemäß Stellen. Dabei wollen auch einige zurück in die Heimat wie die Altmark. Ob hier aber freie Stellen für das nächste Schuljahr vorhanden sind, erfährt man in unserem Land erst Ende April bei den neuen Ausschreibungen. Erstaunlicherweise können dies die umliegenden Bundesländer aber deutlich schneller. Brandenburg und Niedersachsen geben den zukünftigen Lehrern schon jetzt offene Stellen bekannt, um sich dort zu bewerben. Wer nicht Gefahr laufen will, am Ende leer auszugehen, nutzt dies natürlich.

Erwartet unsere Landesregierung allen Ernstes, dass diese Lehrer sich dann, wenn sie woanders heimisch geworden sind, in den nächsten Jahren aus einem festen Anstellungs- oder gar Beamtenverhältnis in die Altmark bewerben? Wettbewerb um Fachkräfte bedeutet auch, nicht nur Werbesprüche zu finanzieren, sondern frühzeitig tätig zu werden und Perspektiven aufzuzeigen. Sonst lautet der nächste Slogan nämlich „Sachsen - Anhalt; Ruhe sanft!“

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