Dirk Kuke aus Weteritz ist für Neubildung eines Ortschaftsrates für sein Dorf

„Organische“ Verbindung zur Stadt

Betr. : Artikel in der „Altmark–Zeitung“ vom 22. November mit der ablehnenden Haltung des Bürgermeisters Konrad Fuchs über die Bildung eines Ortsrates für den Ortsteil Weteritz: „Wozu? Wo liegt der Sinn? Dazu schreibt Dirk Kuke aus Weteritz:.

Leserbrief

„So ist es eben, auf der einen Seite sollen die Bürger „ihren Grips“ einbringen, um im Rahmen des IGEK und des Kultursommers einen eigenen konstruktiven Beitrag zur politischen und kulturellen Entwicklung der einzelnen Ortsteile der Stadt zu leisten. Und dann wird recht schnell die Notbremse gezogen.

Dass natürlich Vorschläge, die in den Bereich von Kultur und Sport zielen, auf die Vereinsebene heruntergebrochen werden, ist verständlich. Dass jedoch der Vorschlag, darüber zu befinden, einen Ortsrat einzusetzen, auf (massive) Gegenwehr stößt, ist nicht nachvollziehbar.

Führt etwa dieser Vorschlag zu weit und suggeriert die Gefahr möglicher „Brand-Herde“ für Auseinandersetzungen? Den Verlust der eigenen Autorität und eigenen Einflussnahme? In wieweit stellt ein Ortsrat eine Überorganisation dar?

Ist nicht gerade ein solches Organisationselement ein wertvolles Mittel für einen Zuwachs an Mitarbeit und Mitsprache bei Fragen, die das eigene Umfeld betreffen? Schließen wir nicht damit viel besser die Bürger bei der Gestaltung ihrer Ortsteile mit ein, als dass wir sie „draußen“ lassen?

Nun, auch wenn es nie einen Ortsrat für Weteritz gab und auch in anderen Ortsteilen keine mehr vorhanden sind, jedoch der Wunsch der Bürger nach einem solchen besteht, wieso soll es nicht den Versuch wert sein, diesen/diese zu bilden?

Die Stadt Gardelegen ist flächenmäßig so weit ausgedehnt, dass es gerade dadurch ein Erfordernis wäre, lokalpolitische Bürgernähe zu beweisen und nicht sich diese auf Distanz zu halten. Was spricht denn dagegen, außer den Bedenken (die Angst?), sich mit etwas Neuem, Altem auseinandersetzen zu müssen? Denn nicht alles können Vereine regeln – und man muss sie erst einmal haben. Wohl dem Ortsteil, der eine Feuerwehr oder einen Schützenverein sein eigen nennt oder eine Stiftung schon fast das „Hausrecht“ ausübt.

Es geht um mehr, als nur Mittel zur Brauchtumspflege zu verwalten und zu verteilen.

Bürgernähe und lokale Stadtpolitik vor Ort ist nicht die Hauptaufgabe von Vereinen. Wer begrüßt einen Neuankömmling, gratuliert zum Jubiläum, trauert mit Familienangehörigen und ist Ansprechpartner für die vielen kleineren Probleme? Sei es bei der Infrastruktur, den Verkehrsanbindungen, der Pflege und Reinigung öffentlicher Bereiche, wenn die „Dienstaufsicht“ der Stadt einmal versagt oder es schlechthin vergessen wurde?

Wer kümmert sich um die Belange der älteren Mitbürger, der Mitbürger mit Behinderung, Migranten und Problemfälle, wenn es um ortsteilbezogene oder administrative Fragen geht?

Wer sichert die Informationskette und führt bürgernahe Gespräche durch? Ja, und sicherlich auch, wer organisiert und koordiniert die Arbeit vorhandener Sport-, und Kulturgruppen und Vereine? Das ist und kann nicht die Aufgabe eines ansässigen Sport- oder Kulturvereins sein. Und die Stadt allein wäre sicherlich damit auch überfordert.

Damit hat ein Ortsrat grundsätzlich andere Aufgaben als ein Sport- oder Kulturverein. Er bildet somit eine organische Verbindung zur Stadt und ist die ehrenamtlich ausgeführte Umsetzung von basisdemokratischem Mitwirken im Interesse des Ganzen. Er ist nicht der „Robin Hood“, der gegen, sondern auf „Augenhöhe“ mit der Stadt wirkt. Und man sollte schon dieser neuen, alten Idee eine Chance geben.

Die Antwort auf die Frage, „Wozu? Worin liegt der Sinn?“, sollte damit beantwortet sein. Es braucht nicht viel an Mut dazu, Neues oder Bewährtes wieder einzubringen, denn schließlich soll ja auch die Umsetzung des IGEK–Projektes ein Erfolg werden. Und dieses geht nur mit den Bürgern, mit den Ortsteilen gemeinsam.

Hierbei sei mir zuletzt eine Frage gestattet: Wie weit ist dieses Projekt denn schon vorangeschritten und in der Umsetzung? „

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