Leserbrief

„Möchte ein Mensch so leben?"

Dass es im Stendaler Tiergarten wieder Bären gibt, erfüllt Ellen Renne aus Tangermünde mit Traurigkeit und Bitterkeit.

Sie schreibt:

Der Tiergarten in Stendal ist mal wieder um eine Attraktion reicher, jedenfalls wenn man ein Mensch ist, der Tiere hinter Gitter, Glas und Zaun als Attraktion ansieht. Da ich ein Mensch bin, der Tiere schätzt, besuche ich Einrichtungen wie Zoo, Tierpark, Wildpark oder Zirkus nicht.

Für mich haben alle Tiere ein Recht auf ein freies Leben, schließlich haben sie auch nur dieses eine. Allein der Mensch nimmt sich das Recht heraus, die Kreatur einzusperren, sie zu (be-)nutzen und wenn es nur, wie in diesem Fall, zum Bestaunen ist.

Gibt es nicht schon genug auf dieser Welt zu bestaunen ? Müssen wir wirklich andere Lebewesen versklaven, um so etwas wie Spaß und Freude zu empfinden ? Ich empfinde nur Traurigkeit und Bitterkeit, wenn ich an das „Lebenslänglich“ der Tiere hinter Gittern denke. Möchte ein Mensch so leben?

Die Bären haben bisher auf einem Territorium von fünf Hektar gelebt, in der Wildnis bewegen sie sich in einem Bereich zwischen 100 und 300 Quadratkilometern. Und in Stendal? Die Zelle hat sich sozusagen verkleinert, dazu kommt noch der gestörte Winterschlaf!

Was sind die Beweggründe von Menschen, einem anderen Lebewesen so etwas anzutun? Die Stadt Klötze hat ihren Bären das Leben wenigstens etwas angenehmer gestaltet, dort scheint man sich weiterentwickelt und gelernt zu haben. Dort durften die Bären in ein weitaus größeres Objekt einer Tierschutzorganisation umziehen. Nichts ist so grausam wie der menschliche Egoismus, alles besitzen zu müssen. Wer verzichtet, zeigt Verantwortung! Angeblich wurde eine Attraktion gewonnen. Ich kann nur Verlust erkennen, vor allem für die Bären.

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