Leserbrief

Mitfühlend für Fische Partei ergreifen

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(Symbolbild)

Kathrin Ludwig aus Stendal äußert sich um Artikel „Tierschützer machen Front gegen Angler“:

Ein unvergessliches Schlüsselerlebnis hatte meine heute 75-jährige Freundin im Sommer 1973 in Finnland. Von ihren Gastgebern darum gebeten, wollte sie den Fisch für die Mittagssuppe angeln. Als dieser an der Schnur zappelte, war ihr Entsetzen groß. Da kämpfte ein Tier mit allen Kräften um sein Leben. Von der Suppe essen konnte sie danach nicht mehr. Seit 46 Jahren ernährt sie sich nun vegetarisch.

Das Bundesforschungsinstitut für Tiergesundheit Friedrich Loeffler kam schon 2013 in einer von der Bundesregierung erbetenen Stellungnahme zu dem Schluss, dass davon auszugehen ist, dass Fische auch ohne Neocortex zu Schmerzwahrnehmungen fähig sind und entsprechend als sensible Lebewesen behandelt und geschützt werden sollten.

Die US-amerikanische Hirnforscherin Lori Marino formuliert: „Die Annahme, Fische spüren keinen Schmerz, weil sie nicht über ausreichende neuroanatomische Strukturen verfügen, entspricht der Behauptung, Luftballons können nicht fliegen, weil sie keine Flügel haben.“

In Bonn erforschen Wissenschaftler derzeit am Schmerzempfinden der Bäume, ob Pflanzen ein Bewusstsein besitzen, berichtet der Baumexperte und Bestsellerautor Peter Wohlleben.

Ist es in Anbetracht dessen wirklich „total überzogen“, wenn Menschen mitfühlend Partei für Fische ergreifen?

Kathrin Ludwig, Stendal

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