Leserbrief

„Missstände endlich beheben“

Zum Artikel in der Altmark-Zeitung vom 20. Februar über den Zustand des Oebisfelder Bahnhofs unter der Überschrift „Bahnhof bleibt Sorgenkind“ äußerst sich Wolfgang Mosel aus Kusey.

„Mit großem Interesse habe ich den Artikel über den Bahnhof in Oebisfelde gelesen. Da dachte ich an die DDR-Zeiten zurück. Der Bahnhof in Oebisfelde war zur damaligen Zeit Arbeitgeber für viele Bürgerinnen und Bürger aus dem Raum Oebisfelde und den umliegenden Orten. Als Zugreisender wurde ich beim Passieren der Bahnsteige von der damaligen Transportpolizei kontrolliert, was nicht immer nett war.

Die Stadt Oebisfelde durfte nicht betreten werden. Als Entschädigung gab es dafür eine gute gastronomische Versorgung, was das Warten auf den Anschlusszug nach Salzwedel, Stendal oder Magdeburg angenehm verkürzte.

Heute kann ich die Stadt Oebisfelde ohne Kontrolle betreten und in alle Himmelsrichtungen fahren. Von Oebisfelde nach Kusey geht es allerdings seit 2001 nur noch mit dem Bus.

Damit entsteht auch das erste Problem, was im wahrsten Sinne des Wortes mächtig in die Hose gehen kann. Der Bus der Linie 300 benötigt von Salzwedel bis Oebisfelde rund 100 Minuten. Von Kusey bis Oebisfelde sind es immerhin, wegen einer Drömlingsrundfahrt, noch etwa 40 Minuten. Weder die Deutsche Bahn AG noch die Stadt Oebisfelde haben Vorsorge getroffen, dass die Leute ihre Notdurft verrichten oder sich in der kalten Jahreszeit aufwärmen können. Da ist die Aussage von Oebisfeldes Ortsbürgermeisterin Bogumila Jacksch „Zuggäste bekommen beim Betreten des Tunnels gleich einen schlechten Eindruck von der Stadt“ noch das kleinste Übel.

Der Anblick des neu gebauten Bahnhofstunnels und der Außenanlagen erweckt aber den Eindruck, dass es der Stadt Oebisfelde gleichgültig ist, wie Personen, die sich auf der Durchreise befinden, damit fertig werden, im Regen stehen oder frieren müssen. Wer auf einen Zug nach Magdeburg warten muss, hat 50 Minuten Zeit, die unangenehme Seite der Stadt Oebisfelde kennenzulernen.

Aber auch die Deutsche Bahn AG muss sich Fragen gefallen lassen. Nach meinem Erkenntnisstand wurden die Bahnsteige auf dem Bahnhof Oebisfelde in seiner jetzigen Form erst in den 1990er-Jahren im Zuge des umfangreichen Ausbaus der ICE–Trasse von Wolfsburg nach Berlin neu errichtet. Warum wurden nicht gleich Aufzüge eingebaut, um Barrierefreiheit zu schaffen? Die Bahnsteige bieten kaum Schutz vor Regen und Wind.

Auch die Fahrkartenautomaten funktionieren nicht immer, was für den Reisenden dann im Anschluss sehr teuer werden kann. Dafür zeigen neue digitale Anzeigetafeln an, dass die Regionalbahn mal wieder 10 Minuten Verspätung hat.

Es ist höchste Zeit, dass sich die Verantwortlichen der Stadt Oebisfelde, des Landkreises Börde, der Deutschen Bahn AG und der Nahverkehrsgesellschaft Sachen-Anhalt Gedanken machen, wie die Missstände auf dem Bahnhof zu beheben sind. Bis sich sichtbar was ändert, betrachte ich die Aussage auf dem Wandbild im Tunnel „Willkommen in Oebisfelde“ als „Fake – News“!

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