Leserbrief

„Mein Auto wäre glatt ein Hinderniss“

Angelika Wilke aus Hilmsen schreibt über ihre Erlebnisse mit dem Salzwedeler Bürgeramt:

Vor einer Woche war ich sehr froh einen Parkplatz vor dem Amadeus „erwischt“ zu haben, musste ich doch nur kurzzeitig zum Arzt und in die Apotheke gegenüber. Noch froher war ich, als ich das passende Kleingeld für das nötige Parkticket zur Verfügung hatte. Dieses „gut sichtbar platziert“ und guten Gewissens hinterließ ich mein Auto. Umso erstaunter war ich, als ich, in der erlaubten Zeitspanne zum Auto zurückgekehrt, einen roten Zettel des Bürgeramts (mit dem Hinweis das Auto nicht ordnungsgemäß abgestellt zu haben) unter den Scheibenwischer geklemmt vorfand. Noch staunend und rätselnd einerseits, andererseits mich diebisch freuend, dass ich ja ein Parkticket habe und gleich mal beim Amt vorbeifahren werde um mein Ticket vorzuzeigen, sprach mich eine junge Frau an, ob sie mir verraten solle, was ich falsch gemacht habe... na klar. Also: Wir hätten mit allen vier Rädern auf dem Bürgersteig stehen müssen. Sie sprach aus leidlicher Erfahrung.

Hä? Dann kommt doch kein Rollstuhlfahrer, Rollatornutzer oder Mensch mit Kinderwagen mehr vorbei!? Mein Auto wäre glatt ein Hindernis für die Fußgänger! Oder anderer Ärger ist vorprogrammiert, wenn beim Vorbeiwurschteln Kratzer entstünden. Davon abgesehen stört man den Verkehr auf der Straße nicht, wenn man mit den linken zwei Rädern auf der Fahrbahn steht. Es verhält sich also so: vom Adler bis zum Dönerimbiß muß man sein Auto ganz auf den Bürgersteig stellen. Man behindert zwar die Fußgänger, hat aber alles richtig gemacht?! Eine Woche ist seitdem vergangen, ich bin meiner Neugierde erlegen und täglich an dieser Stelle vorbeigefahren. Was glauben Sie, wie die anderen motorisierten Verkehrsteilnehmer sich verhalten? Genau, alle rücksichtsvoll mit Fußgängern, aber leider verkehrswidrig! Alle Parkplätze waren immer belegt, ein einziger PKW in der ganzen Zeit parkte „korrekt“. Alle anderen Fahrer unwissend oder / und rücksichtsvoll wie ich.

Das spült Geld in die Kasse, wenn wir reihenweise mit Hilfe eines „Strafgeldes“ abgemahnt werden. Toll. Nee, ärgerlich!

Leserbriefe geben immer die Meinung des Verfassers wieder. Anonyme Schreiben werden nicht veröffentlicht. Die Redaktion behält sich Kürzungen vor.

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