Dirk Kuke sieht Ingo Kaufholds Aussage als „verbalen Ausrutscher“

„Mehr gegenseitigen Respekt“

Betr. : Kritik des Gardelegener Feuerwehr-Verbandschefs Ingo Kaufhold an Gardelegens Stadträten (Altmark-Zeitung vom 5. November 2014). Dazu schreibt Dirk Kuke aus Weteritz:.

„Manchmal ist es schon sehr verwunderlich, wie Mandatsträger über Mandatsträger denken und miteinander umgehen.

So bin ich, als „Neuer“ im Stadtrat der Hansestadt Gardelegen, sehr überrascht bezüglich der Aussagen von Herrn Ingo Kaufhold, der ja als Vorsitzender des Kreisfeuerwehrverbandes aus (verständnisvoller) Verärgerung zu einem Rundumschlag ausholt und gleich sicherheitshalber alle Stadträte als „Hobbypolitiker“ darstellt.

Schön, sollte ich mich da schon angesprochen fühlen? Ich denke, wohl eher nicht.

Sicherlich hat sich Herr K. zu dieser vorschnellen Aussage aus Verärgerung über die Absage zur Unterstützung für den Neubau des Feuerwehrhauses in Mieste hinreißen lassen. Aber haben seine Aussagen etwas mit respektvollem Umgang miteinander zu tun?

Ich ziehe den Hut vor den Leistungen der Kameraden der Feuerwehr, keine Frage. Das darf aber im gegenseitigem Miteinander nicht dahin führen, Mitbürger, hier die Stadträte, die sich sehr wohl für die Belange der Stadt einsetzen, sofort in der Öffentlichkeit zu diskreditieren, wenn es mal nicht so klappt, wie man sich das vorstellt. Und sehr wohl tut es auch den „Stadtvätern“ weh, hier nicht die Superlösung präsentieren zu können, kann doch das eigene Budget nicht mehrfach verplant werden, wenn die Förderung vom Land ausbleibt.

Ich hätte von gestandenen Mandatsträgern ein etwas Mehr an gegenseitigem Respekt und einem Suchen nach einem gemeinsamen Lösungsansatz erwartet. Nun, ich gebe die Hoffnung nicht auf und denke schon, dass man sich wieder sehr schnell verständigt und dieser „verbale Ausrutscher“ nicht das Vertrauen in die gemeinsame Arbeit beeinträchtigt. Interessanterweise habe ich festgestellt, dass sehr schnell dazu neigt wird, zu kritisieren und zu meckern, aber weniger dazu, sich persönlich einzubringen.

Sicherlich haben wir fast schon wieder einen „Wahlkampf“ vor uns. Geht es doch um die Bürgermeisterwahl und diese wirft auch jetzt schon ihre „Schlagschatten“ voraus.

Da wird Frau Mandy Zepig, die neue Wirtschaftsförderin der Stadt, Kandidatin für die Bürgermeisterwahl, auch erst wenige Monate im Amt, in der Öffentlichkeit kritisiert, weil sie angeblich keine klaren Zielstellung für die Attraktivitätserhöhung in der Innenstadt, sprich der Fußgängerzone hat. Und dem „Gegenkandidaten“ schon vorab der Lorbeer bezüglich „Förderung der Innenstadt ist Chefsache“ überreicht.

Hier wird keine Rücksicht darauf genommen, dass zunächst eine Grundentscheidung zu fällen war, was überhaupt mit der Fußgängerzone in Zukunft passieren soll, um den nächsten Schritt in Angriff zu nehmen.

Ja, aber keiner dieser Kritiker hat sich am öffentlichen Wettbewerb zur Erhöhung der Attraktivität dieser beteiligt, geschweige eigene Projekte vorgelegt. Und interessant ist es ja auch, dass gerade diese Kritik aus den Reihen derer kommt, die es ja über die Jahre hinweg in der Hand hatten, vor Ort „besser“ zu agieren.

Mir ist kein Projekt bekannt, welches zusätzlich neben den Arbeitsgruppen agiert. Und abzuwarten, dass der „Chef“ das dann regelt, ist ein Griff in eine antiquierte Denkweise. Das ist in keinem Fall förderlich, passt nicht in unsere Zeit und schon gar nicht nach Gardelegen. Teamarbeit ist gefragt, in der Verwaltung, im Stadtrat. Interessenbekundungen für neue und attraktive Wege im Bereich des Gewerbes, des Tourismus, der Infrastruktur, Mitarbeit der Gewerbetreibenden, vor allem der Vermieter von Gewerbeflächen in der Innenstadt und ganz wesentlich die Initiativen der eigenen Bürger.

Kritiker ohne eigene Konzeptionen, Projekte und Vorschläge helfen da überhaupt nicht weiter. Und vergessen wir bei aller vorhandenen Verdrossenheit und Aktionismus nicht den respektvollen Umgang miteinander. Immer ist auch der eigene Einsatz gefragt und gefordert ist. Indem ich mich einbringe, gestalte ich mit.

Ich möchte mit einer angepassten allzu bekannten Aussage schließen: „Frage nicht, was die Stadt Gardelegen für dich tun kann. Frage Dich, was Du für deine Heimatstadt Gardelegen zu tun bereit bist.“

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