Leserbrief

Märchen vom bösen Wolf

Siegfried Baklarz aus Hämerten schreibt zur Diskussion um den Wolf in der Altmark:

Über den Wolf ist viel gesagt worden, ob man nun dafür ist oder dagegen: Jeder meint, er hat Recht. Es wird Zeit, dass diese Rumeierei aufhört und klare Verhältnisse geschaffen werden. Fakt ist doch, die Akzeptanz der Bevölkerung, den Wolf bei uns heimisch zu machen, konnte nur erreicht werden durch Lügen. Am Anfang hatten ja auch die, die den Wolf hergeholt haben, mit ihren Vorraussagen Recht, dass der Wolf harmlos ist. Man hat nur vergessen zu sagen, wie der Sachverhalt sein wird, wenn aus wenigen Wölfen viele werden. Jedem muss klar sein, dass es in einer dicht besiedelten Landschaft zu Übergriffen kommen kann. Nun haben die, die den Wolf verharmlosen, ja noch Recht, wenn gesagt wird, bisher ist es zu keinem bekannten Angriff auf einen Menschen gekommen. Die Wölfe werden aber mehr, und auch die Übergriffe. Es ist nur eine Frage der Zeit, wann der Mensch betroffen sein wird. Und was dann?

Die, die den Wolf verharmlost hatten, werden sich vor der Verantwortung drücken. Darum wird immer öfter das Märchen vom Problemwolf verbreitet, der sich zufällig in die Nähe der Menschen verirrt hat und vergrämt werden muss. Nur: Problemwölfe gibt es gar nicht, denn die, die sich den Menschen nähern, sind ausgesandte Kundschafter auf der Suche nach leichter Beute. Sollte es zu einem Übergriff auf einen Menschen kommen, dann sollten die, die den wolf verharmlost haben, voll zur Verantwortung gezogen und bestraft werden. Und keiner sollte dann sagen, das konnte man nicht vorhersehen.

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