Leserbrief

„Männer verändern die Welt“

Sachsen-Anhalts Kultusminister a. D. Karl-Heinz Reck aus Salzwedel nimmt Bezug auf den AZ-Artikel „Kultur darf nicht an den Ortsschildern aufhören“ (16. November). Und fragt sich, ob die Kultur in der Altmark wohl reine Männersache sei.

Die Altmark-Festspiele sind eine gute Sache, die Überschrift „Kultur darf nicht an den Ortsschildern aufhören“ über dem Interview mit dem Intendanten der Festspiele ist richtungsweisend, doch das Bild darüber stimmt mich nachdenklich und lässt Fragen offen. Das Bild zeigt elf in einer Reihe aufgestellte Männer, die irgendwie nach vorn in die Kamera blicken, manche angespannt, einige lächeln. Ein Prinz ist sogar dabei, und einen Staatssekretär kann ich erkennen.

Das Bild erinnert mich, man möge mir das nachsehen, an das berühmte Wandgemälde „Das Abendmahl“ von Leonardo da Vinci in Mailand. Dort sitzen dreizehn Männer an einem Tisch, unterhalten sich und essen. Sie sind so ähnlich in einer Reihe angeordnet wie die auf dem Foto abgebildeten elf stehenden Männer. Ich denke, dass das auch so gesehen werden soll, dass dieser Vergleich angestrebt worden ist, Absicht ist.

Warum auch nicht? Warum soll man ein zweitausend Jahre altes Erfolgsrezept mit dem Motto „Männer verändern die Welt“ nicht aufgreifen dürfen und in der Altmark fortsetzen. Außerdem, so hört man aus gut informierten Kreisen, ist das Heraushalten von Frauen aus der öffentlichen Wahrnehmung gleichzeitig auch ein Beitrag der Macher der Altmarkfestspiele, um die Integration der meist aus islamischen Staaten stammenden Flüchtlinge zu beschleunigen.

Falsch ist, wenn man aus den Antworten des Intendanten der Altmarkfestspiele herausliest, dass Frauen der Zutritt zu den Konzerten untersagt ist. Die Kritiker machen diese Vermutung daran fest, dass er, der Intendant, nur von Besuchern, von Spendern und Machern spricht. Nein, auch Frauen sind zugelassen, sie haben sogar in allen Konzerten, wie man hört, ab Reihe drei freie Platzwahl.

Leserbriefe geben die Meinung des unterzeichnenden Verfassers wieder. Anonyme Briefe werden nicht veröffentlicht.

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