Reaktion auf Artikel „Gelbe Tonne: Drama geht weiter“/ Schultz: „Probleme bleiben“

„Landkreis hat Chance verpasst“

Stendal. Dietrich Schultz aus Jerchel meldet sich zum Artikel „Gelbe Tonne: Drama geht weiter“ (AZ, 29. Dezember) zu Wort:

Es ist richtig, dass es keine neue Abstimmungsvereinbarung zwischen dem Landkreis Stendal und den Systembetreibern gibt und das damit der alte Vertrag weiter gilt. Irgendwelche Klärung nennenswerter Probleme, wie Vize-Landrat Denis Gruber meint, gibt es nicht. Einen „Territorial-Wechsel“ in der Zuständigkeit vom Dualen System Deutschland (DSD) auf Landbell gibt es ebenfalls nicht. Das ist eine unzutreffende Geschichte, die von den Verantwortlichen des Landkreises/ALS Dienstleistungsgesellschaft verbreitet wird. Richtig ist, dass alle zehn Systembetreiber weiterhin zuständig sind und auch alle zehn müssen, wie bisher, einer neuen Abstimmungsvereinbarung zustimmen. Innerhalb der Systembetreiber hat lediglich die Zuständigkeit für die Durchführung des Ausschreibungsverfahrens zur Ermittlung einer Einsammelfirma gewechselt. Eine neue Abstimmungsvereinbarung ist nicht zustande gekommen, weil der Landkreis unzumutbare, unerfüllbare und unrechtmäßige Forderungen gestellt hat.

Statt die Probleme zu lösen, auf die schon vor drei Jahren, also vor der letzten Abstimmungsvereinbarung, hingewiesen habe, wie zum Beispiel Neufestlegung des Sammelbehältersystems, nicht nur 240-Liter-Tonne und 1,1-Kubikmeter-Behälter, sondern neu dazu die 120- und 360-Liter-Tonnen, Festlegung und Klarstellung, dass nicht die beauftragte Sammelfirma, die Gelben Tonnen kontrolliert, darin herumwühlt und Sanktionen festlegen darf, sondern, dass das die alleinige Aufgabe des Landkreises/ALS ist, um nur zwei entscheidende Punkte zu nennen.

Die Chance, diese wichtigen Dinge zu regeln, hat der Landkreis verpasst. Stattdessen werden unsinnige „Hinweise“ zur Befahrbarkeit von Straßen, Erstanschluss und Mehrbedarf, Reklamationsbearbeitung und Behältereinzug diskutiert. Für alle diese Punkte ist übrigens der Landkreis zuständig. Der Landkreis hat schon jetzt die Hauptverantwortung für die Einsammlung aller Haushaltsabfälle, darunter auch die Verpackungsabfälle (Gelbe Tonne). „Neue gesetzliche Regelungen ab 2019“ werden keine wesentlichen Änderungen bringen.

Ich habe den Eindruck, dass die Verantwortlichen des Landkreises unter Führung des Landrates, Herrn Carsten Wulfänger, und des Ersten Beigeordneten, Herrn Gruber noch immer nicht begriffen haben, dass sie die Hauptverantwortung für die ordnungsgemäße Einsammlung der Verpackungsabfälle „Gelbe Tonne“ im Landkreis haben. Sie wollen ihre Verantwortung an die Systembetreiber, vertreten durch Landbell und den beauftragten Einsammler weiter delegieren, was nicht funktionieren wird.

Solange kein Umdenken erfolgt, werden die Probleme weiter bestehen und auf dem Rücken der Bürger und Gewerbetreibenden ausgetragen.

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