„Kommunen haben es sehr leicht gemacht“

STENDAL (mck). Eine Staffelung bei den Gebühren für Abwasser und Wasser nach Entfernung brachte jüngst Stendals Oberbürgermeister Klaus Schmotz (CDU) ins Gespräch (AZ berichtete). Derzeit prüfe die Stadt, ob ein solches Gebührenmodell rechtlich umsetzbar wäre. Dafür erntete er Kritik, erhält aber auch Zuspruch. Wie vom AZ-Leser Hartmut Neuhaus, Dessau. Er schreibt:

„Die langfristige Finanzierung der Infrastruktur bei gleichzeitig sinkender Einwohnerzahl ist in vielen Kommunen in Sachsen-Anhalt ein großes Problem. Wer an den Stadtrad zieht und dort neu baut verursacht höhere Kosten und sollte daran angemessen beteiligt werden. Am Stadtrand oder in den Vororten neu zu bauen ist eine freiwillige Entscheidung und zieht bestimmte Folgekosten (längere Anfahrtswege etc.) nach sich. Ich unterstütze daher voll und ganz die Position des OB Schmotz aus Stendal.

Leider haben es die Kommunen den Häuslebauern in der Vergangenheit auch sehr leicht gemacht und großzügig neue Wohngebiete ausgewiesen. Das Problem der längeren Versorgungswege betrifft die Ausweisung von Gewerbegebieten und Einkaufszentren auf der grünen Wiese genauso, auch hier müssten aus wirtschaftlicher Sicht höhere Preise gezahlt werden.

Ich hoffe es findet eine ehrliche Diskussion über diese Vorschläge statt, da die Probleme der Unterfinanzierung von Kommunen sich nicht von alleine lösen werden.“

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