AZ-Leserbrief

"Klimaschutz geht uns alle an"

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(Symbolbild)

„Klimaschutz geht uns alle an, nur nicht Vertreter der AfD. “ Diesen Eindruck hat AfD-Kreisvorsitzender Sebastian Koch während der Demonstration „Friday For Future“ in Salzwedel gewonnen:

Umwelt- und Klimaschutz ist wichtig, da dürften wir uns alle einig sein. Aus diesem Grund und weil ich nicht nur durch Zeitung und Fernsehen mir eine Meinung bilden wollte, bin ich am Freitag zu der angemeldeten Kundgebung mit anschließender Demonstration nach Salzwedel gefahren, um mir vor Ort ein Bild machen zu können, welches Spektakel dort aufgefahren wird, und ob es den Schülern auch um ehrbare Ziele geht, oder nur darum, mal zwei Stunden erlaubte Pause vom Schulhof zu bekommen.

Leserbrief

Wohl bemerkt, die Gesänge wie „Es gibt kein Recht auf Kohlebaggerfahrer“ sind im ersten Moment recht witzig und einige Schüler machten auch den Anschein, als wollten sie für eine bessere Umwelt einstehen, auch wenn ich überall Markenklamotten und Handytypen gesehen habe, deren Hersteller immer wieder in den Verruf geraten sind, weil sie in der Vergangenheit unter ausbeuterischen Bedingungen diese Dinge hergestellt haben. Auch dort würde ich mir von den Schülern ein Umdenken wünschen.

Ich tummelte mich also unter die Menge, weil ich mir dachte, dieses Thema sei unpolitisch und jeder müsste dafür einstehen und sei auch willkommen, waren doch sogar Abgeordneten und Politiker wie Lutz Franke von der FPD und Andreas Höppner von den Linken unter den Demonstranten. Also dachte ich mir, ein Verteter der AfD dürfte dort wohl auch keine Schwierigkeiten bekommen.

Dies stellte sich als Fehleinschätzung heraus. Noch vor Beginn der Demonstration zeigten mehrere Personen wiederholt auf mich und wirkten dabei bedrohlich. Als ich dann ganz hinten mitlaufen wollte bei der Demonstration – ich bin extra in der Nähe der Polizei geblieben – wurde mir auf Geheiß der Anmelderin ein Platzverbot durch die Polizei ausgesprochen. Bemerkenswert dabei ist, dass unter den Demonstranten auch jene Teilnehmer wie Sabine Spangenberg waren, die erst kürzlich kritisiert haben, obwohl sie an unserer Fraktionsveranstaltung teilnehmen durften, dass einige ausgeschlossen wurden. So viel zu dem Thema „offener Bürgerdialog“.

Zum Schluss muss ich feststellen, dass die meisten Schüler und deren Eltern vermutlich aus ehrbaren Gründen dort hingehen und auch es erlauben. Aber ich appelliere daran, wachsam zu sein, dass das Thema nicht ideologisch benutzt wird, um junge Leute für eine bestimmte Politik zu indoktrinieren, weil man dieses Gefühl schnell bekam, wenn man sich die Anmelder, eine Zahl von Demonstranten und die Art des Auftretens anguckte. Freitag für die Zukunft, aber bitte nur mit Personen, die in unser Weltbild passen?

Sebastian Koch, Gardelegen

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Leserbriefe geben immer die Meinung des unterzeichnenden Verfassers wieder, mit der sich die Redaktion nicht immer identifiziert. Anonyme Briefe werden nicht veröffentlicht.

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