Leserbrief

„Jagd ist kontraproduktiv“

Ellen Renne aus Tangermünde zur Wolfsdiskussion in Gardelegen:

Die Frage lautet nicht: Wie viel Wolf verträgt die Altmark?, die Frage muss lauten: Wie viele ignorante, egoistische und gierige Menschen verträgt unsere Welt?. Dieses Treffen ist ein wunderbares Beispiel für diese menschlichen Züge. Man wollte keine Panikmache und Versachlichung, beides wurde nicht erreicht in dieser Runde.

Der Mensch gehört weder zu den Beutetieren des Wolfes und muss vor diesem Tier nicht geschützt werden, noch existieren Problemwölfe. Problemwölfe gibt es nur für Menschen, die nicht bereit sind, friedlich mit anderen Lebewesen ihre Umwelt zu teilen und sich darauf einzurichten. Das nennt man wohl mangelnde Sozialkompetenz, was auch die Aussage „dass es nicht geht, dass wir uns so vom Wolf beeinflussen lassen“ belegt. Dutzende Hundebisse im Jahr, Unfälle mit anderen Tieren, aber nicht ein Mensch wurde vom Wolf verletzt.

Natürlich muss man sich auf den Mitbewohner einrichten, seine Haus- und Nutztiere sachgerecht schützen. Wenn der Wolf sich ein Nutztier holt oder auf das Haustier aufmerksam wird, dann liegt das in der Natur der Sache ...

Das immer wieder beklagte Muffelwild taucht in den Jagdzahlen 2017 für Sachsen-Anhalt mit 600 getöteten Tieren auf, also darf wohl auch der Wolf zugreifen. Davon abgesehen ist das Muffelwild gar nicht heimisch hier, wurde für jagdliche Zwecke ausgewildert. Diesen Tieren fehlen hier ideale Lebensbedingungen.

Die Natur spielt keine Art gegen die andere aus, das macht ausschließlich der Mensch mit seinem Einmischen in Naturgesetze. Auch die Jagd ist ein kontraproduktiver Eingriff in das natürliche Gleichgewicht. Jagd ist nicht zur Reduzierung einer Population geeignet, was die steigenden Jagdzahlen sehr eindrucksvoll beweisen ...

Der Wolf rottet keine Art aus, er reguliert natürlich ... Leben und leben lassen!

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