Leserbrief

„Ihnen sollte kein Zacken aus der Krone brechen“

Patrick Puhlmann aus Tangermünde fordert AfD-Landeschef André Poggenburg auf, die Meinung der Osterburger Schüler zu akzeptieren:

Da sehen wir seit der Bundestagswahl in allen Medien Rezepte für den vermeintlich richtigen Umgang mit der AfD. Wir sehen, wie jeder jedem die Schuld am Erstarken der AfD gibt. Ein Rezept hatte dabei aber noch keiner auf dem Zettel: bunte T-Shirts.

Da ziehen sich Schüler des Gymnasiums in Osterburg sowie deren Lehrer bunte T-Shirts als Zeichen gegen Rassismus an, und die AfD in Sachsen-Anhalt steht Kopf. Für Landeschef André Poggenburg ist es offenbar eine erschreckende Erkenntnis, dass es trotz aktueller AfD-Wahlergebnisse Menschen gibt, die von sich aus anti-rassistisch denken. Ein paar bunte T-Shirts – und Poggenburg überschlägt sich mit Gehirnwäscheschaum vor dem Mund.

Im gebotenen Ernst: Wahrscheinlich wird es auch in Osterburg viele Schüler, Eltern und Lehrer geben, die sich Sorgen wegen der Herausforderungen im Zusammenhang mit Zuwanderung machen. Trotzdem zeigen sie durch ihre Aktion, dass die Lösungen im Miteinander und nicht im Beschimpfen von Mitmenschen zu suchen sind. Dafür bin ich ihnen dankbar.

Deshalb fordere ich Herrn Poggenburg auf: Versuchen Sie nicht, Schüler, Eltern und Lehrer durch Ihre Einschüchterungsversuche zum Schweigen zu bringen. Auch Ihnen als AfD-Funktionär sollte es keinen Zacken aus der Krone brechen, Schüler zu eigenen politischen Ansichten zu ermutigen oder diese zu tolerieren. Mir stellen sich noch andere Fragen: Ist Rassismus jetzt offizieller Markenkern der AfD? Oder warum dieses getroffene Aufheulen angesichts einer friedlichen Schüleraktion? Warum gleich mit Dienstaufsichtsbeschwerden als Kanonen auf die Spatzen harmloser Äußerungen junger Menschen schießen?

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