Dr. Dieter Fröhlich zur Diskussion um die in Kunrau geplante Schweinemastanlage

„Ich wünsche mir für das neue Jahr ...“

Zur Diskussion um das gemeindliche Einvernehmen der Stadt für den geplanten Bau einer Schweinemastanlage in Kunrau schreibt Dr. Dieter Fröhlich aus Kunrau:.

Lesermeinung

„Ich wünsche mir für das neue Jahr ... einen Bürgermeister der Stadt Klötze, der auch für uns Bürger im Ortsteil Kunrau handelt.

Eigentlich haben wir einen Bürgermeister. Wir haben ihn gewählt und gleich für sieben Jahre. Ob das richtig war? Irgendwie fühle ich mich jetzt bestraft, weil unser Bürgermeister mit Begeisterung nicht etwa für die Anliegen der Bürger in Kunrau eintritt, sondern für die auswärtigen Antragsteller für eine Schweinefabrik. Steuergelder für die Stadtkasse sind ja nicht zu erwarten, da die Betreibergesellschaft kurz nach Antragstellung die Adresse des Sitzes nach Niedersachsen verlegt hat.

Woher kam seine Begeisterung, mit der er die Investoren in der Einwohnerversammlung uns wärmsten empfohlen hat? Mit der gleichen Begeisterung hat er den neuen Bauantrag im Dezember befürwortet. Weshalb entscheidet sich unser Bürgermeister gegen unsere Anliegen? Ich erwarte jetzt keine neue Antwort von ihm, denn die hat er ja wortreich längst gegeben. Nein, das frage ich mich selbst und vielleicht die Leser.

Kann unser Bürgermeister auch unser Bürgermeister sein? Darauf muss ich mit Ja antworten. Wie jeder Mensch hat er einen freien Willen, dann entscheidet er nach Recht und Gesetz und ganz zum Schluss bleibt noch ein Ermessensspielraum.

Als es noch die DDR bei uns gab, hat mir ein Einheimischer gesagt: „Jedes Volk hat die Regierung, die es verdient.“ Das hat mich entsetzt und lange Zeit meine Gedanken beschäftigt. Wenn wir über unseren Tellerrand hinaus sehen in die Nachbarländer und in benachbarte Kontinente, mit welchem Land möchten wir gern die Regierungen tauschen, mit welcher Stadt den Bürgermeister?

Da kommt mir ein Gedankenblitz ... es ist wie mit den Weihnachtsgeschenken. Wenn die glänzende Verpackung abgelegt ist, dann erst stellt sich heraus, ob das Geschenk mit Freude angenommen wird. Bei einem Bürgermeister stellt sich erst nach Amtsantritt heraus, ob er das hält, was die Wahlwerbung versprochen hat. Jedenfalls lassen sich Weihnachtsgeschenke mit etwas Mühe umtauschen ... aber Bürgermeister?

Ich wünsche mir ein besseres Verhältnis zu ihm, selbstverständlich mit viel Vertrauen. Vertrauen ist eine ,Pflanze’, die intensive Pflege braucht und ein langes Gedächtnis hat.“

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