Matthias Wagners Appell: An die Kinder denken

„Ich will dahin, wo Zoé zur Schule geht“

Betr. : Die geplante Schließung der Grundschule Solpke. Dazu schreibt Matthias Wagner aus Jerchel:.

Leserbrief

„Niemand hat sich über den Erhalt der Schule Gedanken gemacht. Nur über die Schließung wurde diskutiert!!!

Warum wird denn bei keiner Entscheidung an die Kinder gedacht? Es werden Kinder aus einem Kindergarten, sogar aus einem Ort, auseinander gerissen. ,Warum geht meine Cousine nach Solpke und ich muss nach Letzlingen?´ fragte mich kürzlich meine Nichte. ,Ich will nicht nach Letzlingen, Mama, ich will dahin, wo Zoé zur Schule geht!´ Gab es denn überhaupt mal eine Sitzung im Stadtrat, beim Landtag bzw. in den beschließenden Gremien, wo darüber diskutiert wurde, wie man den Schulstandort Solpke erhalten kann? Man sagt, dass man durch die Schließung der Schule Personal- und Gebäudekosten spart, aber im gleichen Atemzug sagt man, dass man zusätzliche Buslinien einführen müsste. Diese kosten kein Geld…?

Den Schulstandort Solpke gibt es seit 60 Jahren. War denn alles, was man dort in 60 Jahren aufgebaut hat, für die Katz? Wie stellt man sich das denn mit den Schülern, die momentan die erste Klasse besuchen, vor? Sollen diese in die erste und zweite Klasse in Solpke gehen, danach ein Jahr in Mieste und, nach der Neugliederung der Schuleinzugsbereiche, in Letzlingen? Hat man sich mal jemand Gedanken über die physische und psychische Belastung der Kleinen gemacht?

Aber im Stadtrat und den dazugehörigen Ausschüssen gibt es viele andere Dinge, über die man stundenlang debattiert und abstimmt. Man gibt lieber Geld für die Fahrzeuge der Stadtverwaltung aus und macht sich über deren Nummernschilder Gedanken. Das ist natürlich viel wichtiger, als in die Bildung unserer und ihrer Kinder und Enkel zu investieren. Oder müssen die Ampeln im gesamten Stadtgebiet das ganze Wochenende und in den Abend- und Nachtstunden von Grün auf Rot schalten?

Des Weitern kann man sehen, dass sich der Stadtrat um den Schulstandort Solpke keine Gedanken macht. Denn wenn man von der Landesregierung schon für die jetzige erste Klasse in Solpke nur eine mündliche Zusage hatte, hätte man zweigleisig planen müssen. Auch das hat man gar nicht in Erwägung gezogen, und sowohl Schule als auch Eltern und Schüler in dem Glauben gelassen, dass sie dort eingeschult werden. Wie wir alle wissen, ging es ja auf Drängen vieler Eltern und des Schulelternrates nochmal gut aus. Aber wie stellt man sich das in Zukunft vor? Sollen Kinder aus einem Ort in zwei verschiedene Schulen fahren? Ich hoffe, wenn die beschließenden Gremien zu einem Entschluss kommen, dass sie wenigstens einmal vorher in sich gehen und nur dieses eine Mal an das Wohl der Kinder denken! Nur dieses eine Mal! Sie waren doch auch alle mal Kinder!!!“

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