SPD-Vize Nils Schulze sieht Salzwedels Zukunft im Breitband-Zweckverband

„Hoffen wir auf den Beitritt“

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(Symbolbild)

Nils Schulze aus Salzwedel, stellvertretender SPD-Ortsvereinsvorsitzender, appelliert für den Beitritt zum Breitband-Zweckverband:

Leserbrief

Der Salzwedeler Stadtrat beschließt am 21. März den möglichen Beitritt zum Zweckverband Breitband Altmark (ZBA). Sicherlich wird diese Entscheidung eine der spannendsten Abstimmungen in diesem Jahr. Egal ob sich eine Mehrheit für den Beitritt findet oder nicht, wird dies über die Zukunft der Stadt und ihrer Bewohner entscheiden.

Ob Zweckverbandbefürworter oder -gegner, eines ist sicherlich allen Salzwedelern bewusst: Wir brauchen eine stabile und effektive Internet-anbindung. Auch müssen kleine Ortschaften profitieren. Wie bereits von einigen Stadträten richtig festgestellt wurde, kann es nicht sein, dass wir hier in Mitteldeutschland eine schlechtere Internetanbindung als in manchen Ortschaften in den rumänischen Karpaten haben.

Der ZBA ist ein Zusammenschluss aus fast allen Kommunen der Landkreise Salzwedel und Stendal und hat sich zur Aufgabe gemacht, Glasfaserkabel flächendeckend mit Hausanschlüssen zu verlegen. Den Anbietern aus der freien Wirtschaft ist es bisher nur möglich, Kupferleitungen in größeren Ortschaften bis in die Verteilerkästen zu verlegen. Die oft lange Strecke zwischen den Verteilerkästen bis in die Wohnhäuser können diese Anbieter nicht bedienen. Ganz zu schweigen von kleineren Ortschaften, die erst gar nicht in Betracht kommen.

Selbst diejenigen, die in der Thematik wenig Fachkenntnisse haben (dazu zähle ich mich selbst), können viele Vorteile des ZBA entdecken. Von den ZBA-Gegnern aus Stadtrat und Verwaltung wird oft das finanzielle Risiko vorgebracht. Wie jede Investition birgt der ZBA ein finanzielles Risiko. Jedoch sollte hinterfragt werden, ob es nicht sinnvoll wäre, dieses Risiko für eine Investition in die Zukunft einzugehen und nicht die Zeit abzuwarten, bis sich Anbieter aus der Wirtschaft die besten Tortenstücke ergattert haben und eine fast schon veraltete Kupferleitung verlegen.

Besonders wichtig ist eine schnellere Internetanbindung für Unternehmen. Es kann nicht sein, wie es in manchen Ortsteilen der Fall ist, dass man um 3 Uhr aufstehen muss, um bis 7 Uhr eine E-Mail verschicken zu können. Weiterhin müssen wir hinterfragen, wie man Unternehmensgründern die Region schmackhaft macht. Sicherlich nicht mit der aktuellen Situation, die da lautet: Gründen Sie Ihr Unternehmen in Salzwedel, wir haben keine Autobahn und kein stabiles Internet, dafür aber die höchsten Gewerbesteuersätze im Kreis.

Wir hören oft genug, dass wir eine Stadt wollen, in der man gut und gerne leben kann. Dafür gibt es viele Möglichkeiten. Eine wird am 21. März im Stadtrat beschlossen. Hoffen wir, dass dem Beitritt zum ZBA zugestimmt wird.

Leserbriefe geben die Meinung des Verfassers wieder. Kürzungen vorbehalten.

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