Leserbrief

Händler halten die Fahne hoch

Zur Berichterstattung in der AZ zum Leerstand in der Burgstraße (6. Februar) äußerte sich mit Delia Weiland eine Ladeninhaberin aus Salzwedel via Facebook:

Ich habe sehr aufmerksam den Artikel „Leerstand in der Einkaufsmeile“ (Salzwedel) gelesen. Sicherlich ist der Leerstand ein großes Problem und nicht wegzureden – was aber in keinem Fall nur repräsentativ für Salzwedel ist.

Ich habe einen eigenen Laden, kenne mich absolut mit den Höhen und Tiefen aus und bin sehr viel in verschiedenen Städten unterwegs – teils beruflich, teils privat. Meist zu Zwecken der Recherche. Es ist ein generelles Phänomen und in den Großstädten noch viel schlimmer. Aber der ganze Artikel ist Negativmanipulation pur. Ich halte es nicht so, den Fokus auf die negativen Seiten zu legen. Dann könnte ich meinen Beruf nicht ausüben. Wichtig ist, Positives zu verinnerlichen, zu manifestieren, damit die ansässigen Händler stimuliert und motiviert werden. Fakt ist: Es gibt tolle Händler und Menschen in Salzwedel, die sehr engagiert sind. Sie tragen vollkommen eigenverantwortlich das Risiko und halten „die Fahne“ in dieser Stadt überhaupt hoch. Wer etwas involviert in dieser Branche ist, wird merken, dass es doch sehr individuell und teils besonders ist. Dass Anonymität noch nicht großgeschrieben wird und es ein Geschenk ist, persönliche Aufmerksamkeit in dieser sehr technisierten Welt zu bekommen.

Der Artikel ist eine Ohrfeige für alle, die sich Mühe geben und er ist an die falsche Adresse gegangen. Wer das liest, muss glauben, es ist Schuld der Händler – und mit so einem Gefühl lässt es sich wirklich schlecht arbeiten. Erst recht, wenn man dann in die Position der Rechtfertigung gedrückt wird. Es erkennen meist nur reflektierte Personen den Zusammenhang bzw. geben sich die Mühe, diesen nachzuvollziehen.

Adresse ist für mich auch eindeutig die Stadt, die mit ins „Boot“ genommen werden muss. Alle selbstständig arbeitenden Leute zahlen Gewerbesteuer. Was bekommen sie dafür? Da wird viel blockiert und es ist viel zu tun, um „Verschlafenes“ wieder zum „Erwachen“ zu bringen. Aber es gibt auch eine Chance. Das kommt absolut zu kurz.

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