Leserbrief

Haben die Ratsmitglieder ihre Hausaufgaben nicht gemacht?

MTW und ELW (Einsatzleitwagen) werden in der VG Beetzendorf-Diesdorf für verschiedene Zwecke genutzt. Der VG-Rat hat beschlossen, fünf neue MTW zu kaufen.
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MTW und ELW (Einsatzleitwagen) werden in der VG Beetzendorf-Diesdorf für verschiedene Zwecke genutzt. Der VG-Rat hat beschlossen, fünf neue MTW zu kaufen.

Daniel Nieswandt aus Dahrendorf bezieht sich in seiner Leserzuschrift auf mehrere Artikel, in denen es um den Kauf von fünf Mannschaftstransportwagen (MTW) für die Freiwilligen Feuerwehren der VG Beetzendorf-Diesdorf ging:

Am 14. Oktober saßen mein 17-jähriger Sohn und ich als zwei von etwa 30 bis 40 Angehörigen der Freiwilligen Feuerwehren der Verbandsgemeinde (VG) Beetzendorf-Diesdorf in der VG-Ratssitzung in Beetzendorf. Was uns dort geboten wurde, kann man leider nur als Zirkusveranstaltung bezeichnen. Der Hauptgrund, weshalb wir an der Sitzung teilnahmen, war der im Grunde schon beschlossene Kauf von fünf MTW für die Feuerwehren der VG.

Nicht weil, wie behauptet wurde, wir auf Einladung erschienen sind, sondern aus reinem Interesse an der Sache und um unserem Willen Nachdruck zu verleihen. Leider wurde der Beschluss der vorherigen Ratssitzung aufgrund eines Verfahrensfehlers gerügt und durch die Kommunalaufsicht auf seine Rechtmäßigkeit geprüft. Was mich an der ganzen Entscheidungsfindung verärgert, ist, wie dort im VG-Rat miteinander umgegangen wird. Was ist los in unserem VG-Rat, geht es einigen Mitgliedern nur um ihre Gemeinden und blockieren sie alles, was der Allgemeinheit in der VG zugutekommen würde?

Oder geht es darum, dass man keine eigenen Ideen hatte und es dem Gegenüber nicht gönnt? Oder will man sich selber in Stellung bringen und das Ansehen von Personen nachhaltig schädigen? Schließlich ist nächstes Jahr Landtagswahl! Warum sperrt man sich so gegen eine längst notwendige Anschaffung von Feuerwehrfahrzeugen? Haben unser VG-Bürgermeister Michael Olms und einige Ratsmitglieder den Weitblick, der anderen fehlt?

Das wurde alles mehrfach erklärt

Das Geld ist aus dem Jahr 2018 und war als Eigenanteil für den Kauf eines Hilfeleistungslöschgruppenfahrzeuges für die Feuerwehr Winterfeld eingeplant, wenn der Förderantrag bewilligt worden wäre, wurde er aber nicht. Sicher, es wurde eine Prioritätenliste im Rat erarbeitet. MTW kommen darin nicht vor, weil sie eben nicht gefördert werden. Das wurde alles mehrfach erklärt.

Einige der derzeitigen MTW in den Feuerwehren sind marode und die Reparaturkosten dadurch sehr hoch. Mit ihnen werden nicht nur Einsatzkräfte bewegt, sondern auch die Kinder der Kinder- und Jugendfeuerwehren. Also, was macht man mit zusätzlichem Geld, welches zur Verfügung steht und weder den derzeitigen noch zukünftigen Haushalt belastet? Man investiert es vernünftig in die Feuerwehren. Dafür war das Geld ja gedacht.

Michael Olms hat das in die Ausschüsse gegeben, dort wurde eine Vorlage erarbeitet und den Ratsmitgliedern zugeführt. Weiterhin wurde von der VG-Wehrleitung ein Anforderungskatalog für die MTW erarbeitet und ebenfalls den Ratsmitgliedern zur Verfügung gestellt.

Das hat sogar mein Sohn verstanden. Daher ist es mir unverständlich, wie es zu einer derart unsachlichen Diskussion in der Sitzung kommen kann. Haben die betreffenden Ratsmitglieder ihre Hausaufgaben nicht gemacht? Geht man so unvorbereitet in eine Ratssitzung, dass ein Sprecher des Feuerschutzausschusses sich fragen muss, warum die Arbeit des Ausschusses infrage gestellt wird und ein weiteres Ratsmitglied den Umgang untereinander anmahnt. Es wurde dem VG-Bürgermeister Michael Olms nachgesagt, dass er die Feuerwehr zum Spielball der Politik macht. Ich sehe das genau andersherum. Vier Ratsmitglieder, unter Führung des Landtagsabgeordneten Carsten Borchert, haben mit ihrer Art und Weise gezeigt, wie sie zu den Feuerwehren in der VG stehen. Sie haben zu der Entscheidungsfindung einen Fragenkatalog aufgestellt, welcher aber schon in Teilen während der Sitzung mehrfach beantwortet wurde.

Es wurde nichts unversucht gelassen, eine Abstimmung zu verhindern, auch wenn groß behauptet wurde: „Ich gebe mein letztes Hemd für die Feuerwehr.“ Bei der Abstimmung dann aber doch gegen den Kauf der MTW zu stimmen, ist dann sehr glaubwürdig und hat sicher einen guten Eindruck beim Wähler hinterlassen, zumindest bei den Anwesenden. Warme Worte hören wir von Politikern und Vertretern der Gemeinden genug, sie machen unsere Arbeit aber nicht leichter.

Er versucht, „Karre aus dem Dreck zu ziehen“

Schade ist, dass Leute, die wirklich was bewegen wollen, derart blockiert werden und alles im Ansatz versucht wird kaputtzureden. Ich nehme mal Bezug auf das Strategiepapier 2021 „Umstrukturierung der Feuerwehren der Gemeinde Dähre“.

Die Berichterstattung der Zeitung macht dabei auch keinen objektiven Eindruck, ständig hat man das Gefühl, das der Finger nur auf eine Person zeigt: „der böse VG-Bürgermeister Michael Olms“.

Dabei darf man nicht vergessen, dass er derzeit mit den Sanierungen der Kitas und der Schule in Jübar versucht, die Karre aus dem Dreck zu ziehen, die seine Amtsvorgängerin und auch der damalige VG-Rat versenkt haben. Diese Investitionen machen eben die VG-Umlage notwendig, weswegen der eine oder andere Bürgermeister sicher erbost ist. Das ist aber noch lange kein Grund, sich so zu benehmen und eine vernünftige Zusammenarbeit zu blockieren.

Ich arbeite bei einer Berufsfeuerwehr und weiß, mit welchen Einsätzen man an 24 Stunden 365 Tage im Jahr konfrontiert werden kann. Die VG als Träger des Brandschutzes und die gewählten Vertreter haben die Pflicht, eine leistungsfähige Feuerwehr vorzuhalten. Damit sind sie unmittelbar mit der Gefahrenabwehr in unserem Bereich verbunden.

Man kann die Gefahrenabwehr vernünftig aufbauen oder auch gegen die Wand fahren, Ihre Entscheidung. Wir machen unseren Job, mit dem, was wir bekommen. Machen Sie Ihren! Daniel Nieswandt, Dahrendorf Leserbriefe geben die Meinung des unterzeichnenden Verfassers wieder. Die Redaktion behält sich Kürzungen vor.

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