Leser Reinhard Schulz: Politiker gehen wichtigen Problemen aus dem Weg

„Getroffene Hunde bellen“

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(Symbolbild)

Reinhard Schulz aus Krusemark äußert sich zu den Leserbriefen der Wochenkolumne „Kennen Sie Ihren Abgeordneten?“ aus der AZ vom 10. November:

Lesermeinung

Liest man die Leserbriefe, habe ich das Gefühl, getroffene Hunde bellen. Ich will nicht abstreiten, dass es Abgeordnete gibt, die sich auf gut deutsch gesagt den A… aufreißen und ich stelle auch nicht infrage, dass es Abgeordnete gibt, die sich für den gemeinen Bürger einsetzen. Betrachtet man aber die gesamte Politik so muss man leider feststellen – wir beschäftigen uns am liebsten nur mit uns selbst. Angefangen ganz oben. Bevor wir erst eine stabile Regierung haben, werden erst einmal die Diäten hochgeschraubt und festgezurrt. Ich bin bockig und will nicht mit dem anderen zusammenarbeiten. Und so geht es weiter.

Gute Vorschläge werden nicht angefasst, nur weil sie von einer anderen Partei kommen. Da wird über Sachen monatelang gestritten und dadurch die parlamentarische Arbeit blockiert, die den gemeinen Bürger am A… vorbei gehen.

Andersrum ist es so, dass in wichtigen Fragen und Themen nur ein Minimum an Abgeordneten in den Plenarsälen sitzt – zu sehen bei den Liveübertragungen bei Phönix. Dazu noch der Umgang untereinander. Da werden keine wirklichen Probleme angegangen – Stromkosten, Altersarmut, Rente, Dieselskandal, A 14, Wolf. Die Liste ließe sich noch unendlich fortführen. Warum nur? Haben die Politiker Angst nach ihrer politischen Karriere keine guten Posten in der Industrie zu bekommen? Der Verdacht liegt nahe. Nichtssagende Ankündigungen und große öffentlich Auftritte, so nehmen die meisten Bürger ihre Politiker wahr und dann wundert man sich über die Politikverdrossenheit.

Leserbriefe geben die Meinung des Verfassers wieder. Anonyme Briefe werden nicht veröffentlicht. Kürzungen behält sich die Redaktion vor.

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