„Geht es denn noch dümmer?“

Martin Schulz aus Salzwedel zur Publikation zum Gorlebener Salzstock:

Leserbrief

Verblüfft (und nicht nur das) hielt ich mit der Wochenendausgabe eine Publikation zum Gorlebener Salzstock in den Händen. Zwar ist letztere nicht in den Redaktionsstuben der Altmark-Zeitung entstanden, wird aber dennoch den einen oder anderen Leser gefunden haben und bietet in der Tat allerhand Nachdenkenswertes:

Wie schon seit den 1970er- Jahren, scheint die Information der Öffentlichkeit noch immer unter Weglassung aller wesentlichen Tatsachen zu erfolgen.

Beispielsweise: Wie steht es denn um das sichere Verwahren des vorhandenen und noch entstehenden hochradioaktiven Mülls für eine Million Jahre oder 30 000 Menschengenerationen (!) ohne den Vergleich verschiedener Standorte?

Indessen geht das Fakten-Schaffen am politisch ausgewählten Standort Gorleben unverdrossen weiter bis hin zur beabsichtigten Endlagerung. Anlässlich eines Radio-Interviews wegen der bevorstehenden Beschlüsse zur Laufzeitverlängerung und zur Aufhebung des Gorleben-Moratoriums ließ die (uns aus anderem Zusammenhang jüngst bekanntgewordene) Umweltministerin Tanja Gönner aus Baden-Würtemberg die Katze aus dem Sack: Nun sei es Zeit für die ergebnisorientierte Wiederaufnahme der Gorleben-Erkundungen. Welch eine Aussage! Zur Erinnerung einige Duftmarken der Atomlobby weltweit:

1957 Majak, Südural

1979 Three Mile Island,

Harrisburg, Pennsylvania

1986 Tschernobyl, Ukraine

1990er-Jahre bis jetzt

Morsleben, Sachsen-Anhalt

aktuell Asse, Niedersachsen

Übrigens ist die eingangs genannte, bisher noch konkurrenzlos dastehende Publikation voll des Lobes für ein weiches Standort-Findungs-Kriterium: die Akzeptanz durch die örtliche Bevölkerung (!) – geht es denn noch dümmer?

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