Leserbrief

„Frust nicht an Hilflosen auslassen“

Altmark. Ellen Renne aus Tangermünde äußert sich zum AZ-Artikel „Teurer Katzeneinsatz“ vom 9. März:

„Schließlich handelt es sich um eine streunende Katze“, „Plage der Natur“– es ist erschütternd, wie man sich derart über ein fühlendes Lebewesen äußern kann. Selbst wenn es sich um ein streunendes Tier handelt, was bis dato überhaupt nicht bewiesen ist, hat auch ein „Streuner“ ein Recht auf Leben, denn er ist nicht als Streuner zur Welt gekommen, sondern erst dazu gemacht worden, weil gewissenlose Tierhalter das Interesse am Tier verloren haben und sich nicht um dessen zukünftige Versorgung kümmern wollten.

Warum sollte es sich um eine umstrittene „Tierrettung“ gehandelt haben, keiner wusste zum Zeitpunkt des Notrufes, ob das Tier verletzt ist. Wir Menschen haben die Katzen einst eingeführt auf unserem Kontinent und dazu beigetragen, dass diese sich hier vermehren.

Somit haben wir die Verantwortung für die Versorgung dieser Tiere übernommen. Es ist traurig genug, dass sich der Mensch einfach seiner Pflicht entziehen kann, ohne dafür bestraft zu werden, da es sich ja laut Bürgerlichem Gesetzbuch (BGB) immer noch um eine „Sache“ handelt.

Laut Tierschutzgesetz sieht das etwas anders aus. Leider sind unsere Gesetze immer noch so ausgelegt, dass sich jeder ein Tier anschaffen kann, ob er nun die nötigen Kenntnisse und Voraussetzungen dafür besitzt oder nicht. Für die Folgen dieser menschlichen „Freiheit“, dem Aussetzen/ „Entsorgen“ des Tieres, hat die Gesellschaft aufzukommen. Würde der Mensch vor all dem Tierelend, das von ihm verursacht wurde, nicht wegschauen, gäbe es solche Diskussionen nicht. Ein nachhaltiges Mittel wäre unter anderem die Kastration. Seinen Frust über die Bürokratie dieses Staates sollte man nicht an hilflosen Wesen auslassen.

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