Leserbrief

„Ein Spiel mit dem Leben“

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(Symbolbild)

Arno Heilemann aus Magdeburg über den Einsatz von Antibiotika in der Tiermast:

Die Ergebnisse der Untersuchung der Geflügelfleischproben sind alarmierend.

Im Resultat war rund die Hälfte der Proben (56 Prozent) mit antibiotikaresistenten Keimen besiedelt, wie die Umweltorganisation in Berlin mitteilte. Darunter waren zum Beispiel Erreger, die unempfindlich gegen viele Antibiotika sind (MRSA). Bei jeder dritten Hähnchenprobe fanden sich sogar Keime mit Resistenzen gegen Antibiotika, die nur eingesetzt werden, wenn andere versagen. Besonders verwerflich ist die Verwendung von sogenannten „Reserve-Antibiotka“ in der Geflügelmast.

Diese sind die letzte Rettung für Menschen, wenn bei Infektionen die üblichen Antibiotika versagen. Insgesamt 33.000 Menschen sterben pro Jahr in den Staaten, der EU und des Europäischen Wirtschaftsraums (EU/EAA-Region) an Infektionen mit multiresistenten Keimen, wie aus einem Bericht der Europäischen Seuchenbehörde (ECDC) hervorgeht. Das Leben der Menschen wird hier dem Profit in der Tiermast geopfert. Bis jetzt versagt die Politik. Antibiotika dürften nur in Notfällen und nicht aus reiner Vorsorge in der Mast verabreicht werden.

Der Einsatz von Reserveantibiotika darf nur dem Menschen vorbehalten sein. In der Tiermast hat der Einsatz grundsätzlich zu unterbleiben. Hier besteht dringender Handlungsbedarf durch den Bundesgesetzgeber. Bis hier gehandelt wird, werden weiter Menschen sterben, weil lebenswichtige Antibiotika nicht mehr wirken.

Arno Heilemann, Magdeburg

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