AZ-Leserbrief

„Die Dreckecken gibt es überall“

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(Symbolbild)

Klötze - Auf den Leserbrief von Christine Griesau, die sich über Müll und „liederliche Klötzer“ aufregte, antwortet Dr. Wilfried Schielke aus Klötze:

Eigentlich bin ich schon in meinen Kinderjahren zu der Selbsterkenntnis gekommen, dass es sich bei mir um eine Spezies eines liederlichen Menschen handelt. Meine selige Großmutter scherzte mich immer als einen kleinen Lotterbatz. Zu meiner Ehrenrettung muss ich aber sagen, dass ich mein ganzes Leben gegen diese Untugend ankämpfte.

Leserbrief

Nun ist mir aber in der Presse bestätigt worden, dass ich ein liederlicher Klötzer bin, der die Umwelt verdreckt. Natürlich hat unsere Klötzer Neu-Bürgerin mit ihrem Hinweis auf Dreckecken in der Purnitz-Metropole recht. Bedauerlich, dass wir sie übersehen! Macht der Gewohnheit?

Leider habe ich den Eindruck gewonnen, dass unsere Volksvertreter die Schmutzecken visuell gar nicht mehr wahrnehmen! Auch das Vorgarten-Ambiente einiger Volksvertreter zählt nicht zu den Kronjuwelen deutscher Gartenbaukunst.

Schon wollte ich unserer Leserbriefautorin mit dem Wilhelm-Busch-Zitat entgegen: „Wer durch des Argwohns Brille schaut, sieht Raupen selbst im Sauerkraut.“ Bitter Unrecht hätte ich ihr getan, denn es gibt sie, die Dreckecken, überall. Man muss nur die Augen dafür offenhalten.

Aber pauschalierend alle Klötzer als liederlich zu verunglimpfen, finde ich nicht korrekt. Viele Klötzer Bürger könnte ich ihnen nennen, die nie geraucht haben, aber seit Jahrzehnten die Kippen der Raucher beseitigen und die Müllreste ihrer Mitbürger entsorgen. Zünden sie ein kleines Licht selbst an, statt über die Dunkelheit zu schimpfen. Wir sind jedem dankbar, der sich für Ordnung und Sauberkeit engagiert, denn dann könnte mein kleines Poem eines Tages Klötzer Realität werden: Umworben von Wäldern und blühenden Wiesen wird Klötze als Kleinod im Grünen gepriesen!

Dr. Wilfried Schielke, Klötze

Leserbriefe geben die Meinung des unterzeichnenden Verfassers wieder, mit der sich die Redaktion nicht immer identifiziert. Anonyme Briefe werden nicht veröffentlicht. Die Redaktion behält sich Kürzungen vor.

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