Leserbrief

„Dieser Poller ist ein Witz"

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Wolfgang Dahse (Foto) und die anderen Anwohner des Amselweges in Salzwedel sind erzürnt. Seit einiger Zeit nun schon müssen sie ihren Müll zu einem der beiden Sammelplätze an den Enden der Straße bringen. Für weiteren Unmut dürften nun zwei Absperrpoller sorgen, die die Stadt jüngst dort installiert hat. 

Der Salzwedeler Karl-Heinz Reck ärgert sich über die Müllentsorgung am Amselweg. Nun hat die Stadt auch noch Absperrpoller gesetzt:

Die Geschichte der Müllabfuhrproblematik am Amselweg in Salzwedel ist um ein neues Kapitel reicher. Nachdem Stadtrat Karl-Heinz Schliekau Anfang April im Bauausschuss der Stadt sein Unverständnis über die Entscheidung des Altmarkkreises am Amselweg den Müll nicht mehr satzungsgemäß zu entsorgen, zum Ausdruck brachte und gleichzeitig darauf hinwies, dass durch diese Maßnahme „eine Stadtstraße kaputt gefahren wird“, reagiert die Stadt durch das Setzen eines (zwei) Pollers.

Die Poller sollen verhindern, dass Müllfahrzeuge den unbefestigten, parallel zum Amselweg verlaufenden Weg befahren, was sie ja nach Aussage des Landkreises gar nicht getan haben. Leider, für den Altmarkkreis, gibt es Fotos, die diese Aussage als Lüge deklarieren. Die Stadt glaubt auch nicht so richtig an die Beteuerungen des Kreises und setzt nun Poller, wie angekündigt.

Doch lieber Herrgott, wo? Nicht am Anfang der verlängerten Marienstraße, dort wo die Stadtstraße (besser: der Feldweg) beginnt und gravierende Schäden festzustellen sind, sondern am anderen Ende, dort, wo die Max-Adler-Straße, die nun auch durch Müllfahrzeuge zerfahren wird, endet. Das ist nicht zu verstehen und erinnert an den Ort Schilda, dessen Einwohner bekanntlich mit viel Engagement und Ausdauer vergeblich versucht haben, Licht in Säcken ins Rathaus zu schaffen, weil man vergessen hatte, die Fenster einzubauen.

Auch hier, wie in Schilda, wird entschlossenes Handeln nur vorgetäuscht. Aber eigentlich, da wie hier, und es fällt mir nicht leicht, das zu schreiben, werden die Bürger verarscht, ich hoffe unbewusst und ohne Absicht.

Und dann noch eines zu den Absperrpfosten (Poller): Die sollen ja bekanntlich verhindern, dass bestimmte Wege und Straßenabschnitte befahren werden. Wie gesagt: verhindern. In unserem Fall handelt es sich um Klapppoller. Man benötigt eigentlich einen Dreikantschlüssel, damit kann man die Verriegelung lösen und den Poller umklappen. Es reicht aber auch eine kleine Kombizange, kann auch alt sein, meine stammt aus meiner Lehrzeit als Landmaschinen-Traktoren-Schlosser, ist aus dem Jahre 1967 und „Made in GDR“. Übrigens ist Karl-Heinz Schliekau der einzige Stadtrat, der sich für die Problematik interessiert hat. Danke dafür!

Karl-Heinz Reck, Salzwedel

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