„Die reinste Heuchelei“

Zum Leserbrief „Drückjagd: Rücksichtsloses Handeln“ von Klaus-Günter von Strusinski über die Ansitzdrückjagd im Landesforst Ferchau, die trotz widriger Bedingungen für das Wild wie einer verharschten Schneedecke stattfand (Altmark-Zeitung vom 21. Januar) schreibt Eckhard Schröter, Oberförster i. R. aus Diesdorf:

Leserbrief

Ich bin entsetzt! Der Artikel findet meine volle Unterstützung und ihm ist eigentlich nicht mehr viel hinzuzufügen. Nur Folgendes noch. Beim Verblasen der Strecke haben die Jäger sicherlich den Hut gezogen, um dem Wild die letzte Ehre zu erweisen. Die reinste Heuchelei! Vorher, meine Herren, vorher hätten Sie ihn ziehen müssen, ihn an den Haken in irgendeiner Gaststätte gehängt, um bei Kaffee, Bier und Bockwurst sich dem Jägerlatein und manchem Vergangenen hinzugeben. Das wäre weidgerecht und vergnüglich gewesen. So, wie es die Jäger in Diesdorf taten. Die eben aufgrund der für das Wild unerträglichen Verhältnisse ihre traditionelle Jagd abgesagt haben. Ich habe mit Freunden den grünen Rock getragen und war fast 50 Jahre Jäger. Nie haben wir für 30 Silberlinge unsere weidmännische Gesinnung verkauft. Heute aber ist Gewinn der Maßstab aller Dinge.

Etwas Entscheidendes hat Herr von Strusinski leider weggelassen oder es wurde gestrichen: die Aufforderung zur öffentlichen Stellungnahme der verantwortlichen Forstbehörde.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare