Roger Behn aus Höddelsen über LKW-Verkehr und dessen Verlagerung

Deutschland am Tabellenende

Roger Behn aus Höddelsen kritisiert den LKW-Verkehr in Deutschland und fordert Investitionen ins Schienennetz:.

Leserbrief

Der LKW-Verkehr nimmt immer unerträglichere Formen an; eine alternde Bevölkerung ist in zunehmenden Maße auf Busse und Bahnen angewiesen. In vielen schönen Sonntagsreden wird seitens der Parteien immer wieder von einer Verlagerung des Verkehrs von der Straße auf die Schiene bzw. auf Binnenwasserwege gesprochen. Solches kann aber nur umgesetzt werden, wenn dafür auch erheblich mehr Geld in die Hand genommen wird. Und genau dies passiert nicht.

Was die Eisenbahn angeht, so liegt Deutschland in Westeuropa bei den Pro-Kopf-Investitionen weiterhin am Tabellenende (Deutschland 53 Euro pro Person, Spanien 114, Österreich 230 / Zahlen aus 2010- Quelle: Signal 4/2011, S. 29).

Vor diesem Hintergrund startete die Ostheide-Elbe-Bahn zur anstehenden Landtagswahl in Niedersachsen einen Wahl-TÜV, um zu sehen, wie ernst es ihnen mit der Verlagerung wirklich ist.

Folgende Fragen wurden den mit einer Landesliste antretenden (ausgenommen die NPD) Parteien gestellt:

Würde sich ihre Partei bei einer Wahl in den niedersächsischen Landtag für

a) eine Erhöhung der Pro-Kopf-Investitionen in Niedersachsen jenseits der Preissteigerungsrate einsetzen?

b) eine größere Chancengleichheit zwischen Schiene und Straße, wie z.B. Senkung der Trassenentgelte (Vergleich u.a.: Mautgebühren ca. 0,14 bis 0,288 Euro pro Kilometer: Nur für LKW ab 12 Tonnen und nur auf Autobahnen sowie vierspurigen Bundesstraßen; Trassenentgelte DB ca. 0,91 bis 16 Euro pro Kilometer: Auf allen Strecken für Personen- wie Güterzüge plus Nebenkosten) oder Verminderung des Mehrwertsteuersatzes für Eisenbahnverkehrsunternehmen, im Rahmen der Möglichkeiten einer Landtagszugehörigkeit einsetzen?

c) eine Wiedereröffnung der Bahnstrecke Uelzen-Dannenberg in der kommenden Legislaturperiode einsetzen?

d) eine Wiedereröffnung der Bahnstrecke Dannenberg-Lüchow in der kommenden Legislaturperiode einsetzen?

Zur Frage A kamen von der CDU, den Grünen sowie den Linken positive Signale.

Beim Punkt B waren es einzig die Grünen und Die Linke, welche sich dafür eindeutig stark machen möchten. Die CDU blieb hier etwas schwammig. Keine Unterstützung fanden die ersten beiden Fragen bei der FDP.

Zu C und D blieben Grüne, CDU sowie die FDP ebenfalls unklar bzw. zweideutig; Die Linke beantwortete diese Fragen mit einem klaren „Ja“, wobei sie einen weitergehenden Lückenschluss von Dannenberg nach Ludwigslust (Schwerin) bzw. von Lüchow nach Salzwedel befürwortet.

Überhaupt keine Antworten gingen von den restlichen Parteien ein, einschließlich der SPD.

Leserbriefe geben die Meinung des unterzeichnenden Verfassers wieder, mit der sich die Redaktion nicht immer identifiziert. Anonyme Briefe werden nicht veröffentlicht. Kürzungen behält sich die Redaktion vor. Alle Leserbriefe auch unter www.az-online.de.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare