„Der Verein kann nun zwischen Pest und Cholera wählen“

Zur Diskussion um den Landessportbund, der unter anderem die Mitgliedsbeiträge erhöhen will, schreibt Wolfgang Mosel aus Kusey, der stellvertretender Vorsitzender des TSV Kusey ist:

„Mit großer Enttäuschung haben wir als Vorstand des TSV 1919 Kusey die Beschlüsse des sechsten ordentlichen Landessporttages zur Kenntnis genommen.

Der erste Beschluss beinhaltet eine Erhöhung der Mitgliedsbeiträge pro erwachsener Sportler an den Landessportbund um einen Euro auf 4,50 Euro pro Mitglied und Jahr ab 1. Januar 2011. Das bedeutet für unseren Verein eine zusätzliche Belastung von etwa 150 Euro!

Damit werden uns kurzfristig finanzielle Mittel für die Anschaffung neuer Sportgeräte entzogen, da wir diese Beitragserhöhung nicht kurzfristig auf die Mitglieder umlegen können und wollen.

Wenn eine Erhöhung der Mitgliedsbeiträge durch den Verein erwogen werden sollte, so muss darüber die Jahreshauptversammlung entscheiden, die frühstens im Februar 2011 stattfinden wird. Die höheren Beiträge an den Landessportbund werden aber bereits im Januar fällig.

Besondere Brisanz für unseren Mehrspartenverein hat der zweite Beschluss des Landessporttages, der zum Inhalt hat, dass die allgemeinen Sportgruppen bis zum 1. Januar 2013 einem Landesfachverband zugeordnet werden oder ein Solidarbeitrag an den LSB in Höhe von 1,50 Euro pro Kind und 2.50 Euro pro Erwachsener zusätzlich zum Beitrag erhoben wird.

Besonders dieser Beschluss ist für unseren Verein sehr schmerzhaft, da davon etwa 30 Prozent unserer Mitglieder betroffen sind, vor allem die beiden Kindersportgruppen.

Der Verein kann nun zwischen Pest und Cholera wählen. Entweder legt er die Kosten auf die Mitglieder um oder er reduziert seine sportlichen Angebote!

Bei der gegenwärtigen Struktur des TSV 1919 Kusey wären das noch einmal etwa 250 Euro.

Da der LSB die Projekte für die Kindersportgruppe und die Turnkindergruppe selbst in den Jahren 2007/2008 gefördert hat, ist dieser Beschluss nicht nachvollziehbar!

Statt die Verantwortlichen der Misswirtschaft beim LSB zur Verantwortung zu ziehen, werden die Sportvereine vor Ort zur Kasse gebeten. Es ist zu befürchten, dass der Verein über kurz oder lang gezwungen sein wird, sich auf seine Kernaufgaben, die Organisation des Wettkampfbetriebes, zurückzuziehen!

Damit wird alles, was wir uns in den vergangenen zehn Jahren erarbeitet haben, sprich das zweite Standbein der sportlichen Zusatzangebote vor allem für Kinder, in Frage gestellt!“

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