Leserbrief

„Deprimierendes Spektakel“

Sabine Spangenberg besuchte am Montag den „Bürgerdialog“ der AfD-Landtagsfraktion in Salzwedel:

Was für ein deprimierendes Spektakel. Die AfD-Fraktion des Landtages lädt mittels zahlreicher Zeitungsmeldungen zum „Bürgerdialog“ ins Kulturhaus Salzwedel ein. Vorm Eingang stehen zeitweilig Dreier- bis Viererreihen Polizisten, im Vorraum AfD-Ordner. Interessierte, die zum „Dialog“ wollen, werden gefilmt. Nach mir nicht nachvollziehbaren Kriterien werden nur einzelne Personen ins Haus gelassen.

Nirgendwo im Vorfeld hatte ich von „Geschlossener Gesellschaft“ gelesen. Ein bunter Mix von jüngeren und älteren Interessierten wartete wie bestellt und nicht abgeholt auf Einlass. Und bitte, jetzt nicht die Behauptung, da habe ein Pulk gewaltbereiter Straftäter gestanden.

Wenn die AfD vorgibt, wirklich für das kritische Gespräch mit den Bürgerinnen und Bürgern bereit zu sein, nicht nur mit den ihnen von vornherein genehmen, dann erwarte ich als Bürgerin einen anderen Umgang. Ich erwarte angemessenen Zugang, zumindest aber eine mir nachvollziehbare Erklärung für die Behinderung. Im konkreten Fall erlebte ich unterschiedliche Polizisten mit unterschiedlichen Aussagen, wenn überhaupt. Eine Einladung zum „Bürgerdialog“ mit personenstarker Polizeieskorte samt etlichen unruhigen, mir angsteinflößenden Schäferhunden ... wie einladend.

Sabine Spangenberg, Salzwedel

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