Leserbrief

Denkmalschützer übt Kritik an Wollweberstraße

Jürgen Förster aus Salzwedel, Wollweberstraßen-Anlieger und Denkmalschützer, zieht Bilanz:

Die Wollweberstraße – sie erstrahlt in völlig neuem Glanz. Bloß die Baumbepflanzung fehlt noch. Die Handwerker haben bis auf Kleinigkeiten hervorragende Arbeit geleistet. Eine bewundernswerte und beeindruckende Truppe mit Zusammenhalt und Arbeitsfreude von nicht einmal zehn Personen einschließlich Schachtmeister. Jeder kann alle Aufgaben fachgerecht umsetzen – von der Schaufel über das Verlegen der Rohre bis hin zur Bedienung des umfangreichen Maschinenparks.

Trotzdem wurde manches versäumt, weil die bereits fertige Planung den Bewohnern nur vorgestellt und nichts mehr verändert wurde. Auch unsere denkmalpflegerischen Ideen wurden weder beantwortet noch berücksichtigt. Die Pflaster haben zu große Fugen und die Farbe der Sandsteinplatten auf dem Gehweg den Charme von Beton. Die ursprünglich vorhandenen Muster wurden durch Gehwegplatten leider in einer uniformen Größe verlegt.

Der drei Meter breite Asphaltstreifen ist nun zu der vorausgesagten Rennpiste geworden und durch das Pflasterchaos ein unruhiges Erscheinungsbild der gesamten Straße entstanden. Wenn schon Asphalt, dann hätten ausschließlich die Bitumen-Parkstreifen Ruhe in das Straßenbild gebracht, die ein und ausparkenden Autos nicht die Steine aus dem Pflaster gerissen und letztlich die dunklen Farbflächen einen seriöseren Eindruck hinterlassen.

Als Denkmalschützer hoffen wir, dass der Ausbau der Wollweberstraße ein einmaliger Ausrutscher bleibt und nicht als Vorbild für andere Straßen gilt. Außerdem beklagen wir, dass ein so umfangreicher und langwieriger Bau ohne jede Anwohnerbeteiligung eingeweiht wurde. Das Einbeziehen des Kindergartens hat uns berührt, nur schade, dass nicht eine Kinderhand das Band durchschneiden durfte.

Insgesamt ist die heimliche Schönheit der Wollweberstraße auf der Strecke geblieben.

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