„Das war ein Verbrechen“

Als Salzwedeler, der auch einen besonderen Bezug zu den Vorkommnissen der Loveparade in Duisburg hat, möchte Mario Stramm seine Bestürzung, seinen Schmerz, seine Trauer und auch Unverständis zum Ausdruck bringen:

Mein tiefes Mitgefühl gilt den Familien, Angehörigen und Freunden der 20 Opfer. Genau 20 Opfer zuviel, die einem fatalen, inkompetenten und nicht belehrbaren Organisationsteam zum Opfer gefallen sind. Nach bisherigen Erkenntnissen haben hier die Verantwortlichen einer Imageaufbesserung der Stadt Duisburg und den damit verbundenen Geldeinnahmen den Vorrang vor den Gesetzen und Richtlinien Deutschlands gegeben. Ich selbst bin Agenturinhaber (Frisco Concerts), Veranstalter und gut 300 Tage im Jahr mit Künstlern auf Tournee. Auch auf Festivals wie Rock am Ring oder dem Hurricane-Festival arbeite ich seit mehreren Jahren und habe so täglich mit den Behörden der Städte und ihren Vorschriften zu tun.

Um so schockierter bin ich über die Vorgehensweise genau dieser Behörden vor, während und nach der Loveparade in Duisburg. Wozu gibt es die Versammlungsstättenverordnung, wenn diese nachweislich außer Kraft gesetzt wird von Leuten, die eigentlich dafür zu sorgen haben, dass diese und andere Richtlinien eingehalten werden? Tausende Veranstalter haben täglich damit zu kämpfen, diese Vorschriften einzuhalten und die, die sie vorgeben, tun das nicht. Die Ereignisse in Duisburg sind das verhängnisvolle Zusammenwirken von überforderten Behörden, habgierigen Veranstaltern und Politikern, die zu einer inkompetenten Organisation führte. Ich möchte mich hier den Worten von Marek Lieberberg, dem Veranstalter von Rock am Ring, Rock im Park, anschließen und sagen: „Das war kein Unglück, sondern ein Verbrechen“.

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