CO2-Verpressung in der Altmark?

Martina Herzog-Witten aus Trippigleben äußert sich zur geplanten CO2-Verpressung in der Altmark:

Der Dinosaurier der Energiegewinnung, die Kohleverstromung, geht, so meint man angesichts erforderlicher Klimaschutzziele und den jüngst veröffentlichten Empfehlungen des Sachverständigenrates für Umweltfragen wie ohne Atomkraftwerke-Laufzeitverlängerung und ohne weitere Kohleverstromung die Energiewende erreicht wird, ihrem baldigen Ende entgegen. Wäre da nicht die Blitzidee, der unter psychologischen Aspekten als Verdrängung zu bezeichnenden, CCS-Technologie (bei Mahlsdorf). Hierbei soll nämlich das aus der Verbrennung stammende klimafeindliche Kohlendioxid aus dem Rauch abgeschieden, gekühlt und nach langem Transport schließlich tief unter der Erdoberfläche in porrösen Sandsteinschichten gelagert werden. Mit der unterirdischen Lagerung hat man ja schon viel Erfahrung, z.B. Asse, Morsleben, Gorleben…

Dumm auch, dass dieser ganze Verdrängungsakt zusätzliche Energie erfordert, nämlich etwa 30 Prozent zusätzlich. Da beim Braunkohleabbau, der ja dann weiterhin stattfinden soll, aber auch noch Zwangsumsiedlungen fällig werden und natürliche Kohlendioxidvernichtungsfläche (Vegetationslandschaft) zerstört wird und letztendlich ein Risiko für die Umgebung bleibt (Nachterstedt), offenbart sich das Vorhaben als absurd.

Nun liegt es meist in der Natur der Sache, dass Verdrängtes mit subversiver Kraft aus dem Verborgenen an die Oberfläche drängt: das CO2 entwickelt sich zu ätzender Kohlensäure, löst ehemals abdichtende Gesteinsschichten an, Grundwasserleiter werden verseucht oder durch alte Gasentnahmestellen, derer es in der Altmark etliche gibt, dringt es nach oben. Da nützen der armen Altmark die schönsten Ausgleichszahlungen nichts.

Es zeigt sich noch etwas, dass nämlich unsere Demokratie keine ist, solange wir den Politikern die Entscheidung überlassen, wir haben die Pflicht uns zu informieren und Bürgerengagement zu zeigen, sei es nur durch unsere Unterschrift, um unser Fleckchen Erde zu schützen.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare