„Brauchen und wollen keine Verpressung“

Zur geplanten CO2-Verpressung bei Maxdorf schreibt Dr. Gerhard Ruff aus Salzwedel:

Mit großer Sorge verfolge ich seit Monaten die Diskussion um die geplante CO2-Verpressung in Maxdorf – und zumindest für mich zunächst völlig unbemerkt, steht dort schon die technische Anlage bereit. Doch die Bürger der Altmark wollen kein CO2-Endlager und drücken ihren Willen in Resolutionen aus.

Auch unsere Kreisverwaltung steht auf Seiten der Bürger. Der Stadtrat jedoch weiß es besser, handelt wider Willen der Bürger und will unbedingt die „Weiterführung der Erforschung der Nach- und Weiternutzung der Erdgaslagerstätte“, wie in ihrer Resolution zu lesen ist.

Auch die Ärzte der Altmark sind gegen eine CO2-Verpressung, wie sie es auf ihrer Fortbildungsveranstaltung am 13. Oktober in Winterfeld per Resolution einstimmig nach einer mehrstündigen wissenschaftlichen Auseinandersetzung beschlossen haben.

Allein die Gefahr der großflächigen Grundwasserverseuchung und das Wissen um unbekannte Probebohrlöcher und dem dann möglichen Austritt von CO2 machen mir Angst. CO2-Gas tötet schnell und unbemerkt.

Die Profitgier der Unternehmen ist größer als die Sorge und der Wille der Menschen. Dieses Verhalten wird auch bei den Befürwortern des Kreises Salzwedel deutlich, die für die CO2- Verpressung sind – auch wenn es nur ansatzweise um eine Erforschung geht. Wir brauchen und wollen diese Verpressung nicht ...

Ich erinnere mich noch an die erste Zeit der Erdgasbohrungen in Salzwedel. Mittels eines gesonderten Dienstplanes standen die Chirurgen des Krankenhauses Salzwedel oft mit den Krankenwagen des Roten Kreuzes nahe der Bohrfelder, um bei einem unkontrollierten, eruptiven Gasausbruch während der Bohrung schnell Erste Hilfe zu leisten. Und es traten „Havarien“ auf mit schwersten Verletzungen und leider auch Todesfällen.

Maxdorf darf nicht zum Versuchsfeld werden, auch wenn einiger Stadtvertreter Salzwedels dies wollen, deren Gedanken ich nicht folgen kann, schon gar nicht aus wirtschaftlichen Gründen. Die Gesundheit meiner Patienten war und ist mir wichtiger!

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