Reaktion auf das Vorgehen gegen Landwirtschaftsministerin Claudia Dalbert

„Wo bleibt hier der Aufschrei?“

Wilfried Padelt aus Havelberg meldet sich zu den Themen um die Landwirtschaftsministerin Claudia Dalbert und zum Artikel „Unrealistische Träumereien“ (AZ, 11. Januar) zu Wort.

Gegen die Umweltministerin Claudia Dalbert läuft gegenwärtig eine schon grotesk anmutende Hetzkampagne. Diese Frau kann machen, was sie will, sie steht im Fokus der öffentlichen Schelte und liefert mit unbedachten Äußerungen gute Vorlagen.

Die Frau muss weg, das haben bestimmte Kreise in Wirtschaft und Politik offenbar längst beschlossen. Es ergibt sich eine regelrechte Schlammschlacht, an der sich auch Marcus Faber (FDP) beteiligt. Dabei ist seine Aussage „Das Streicheln von Kühen und Schweinen reicht nicht als Wirtschaftsmodell“ an Arroganz kaum zu überbieten.

Was nun das Schierker Seilbahnprojekt betrifft, so sei angemerkt, dass die Beauftragung eines dritten Gutachtens durch die Landesregierung völlig überflüssig gewesen ist. Es lag doch bereits ein drittes Gutachten vor. Denn vor der Aufnahme eines jeden einzelnen Gebietes in das europäische Schutzgebietssystem NATURA 2000 wurde umfassend geprüft, welche Flächen überhaupt in Frage kommen. Die NATURA 2000-Gebiete sind kein Teufelswerk, schon gar nicht von Frau Dalbert. Bereits 1992 wurde die erste Richtlinie veröffentlicht.

Auch die neue Klärschlammverordnung und das Düngegesetz sind nicht der Politik von Frau Dalbert geschuldet, sondern rechtlichen Regelwerken, die die Bundesregierung auf den Weg gebracht hat. Leider erst viel zu spät, sodass unsere Bauern und Kommunen jetzt vor großen Problemen und Herausforderungen stehen. Unser ehemaliger Umweltminister Hermann Onko Aeikens ließ noch 2009 vollmundig verlauten: „Aber Bullerbü ist nicht mehr“ und rechtfertigte sogar die in unserer Region geplanten riesigen Schweinemastanlagen. Wo blieb sein Engagement in seinen langjährigen Regierungsfunktionen, die anstehenden Probleme wirklich anzugehen? Da wurden und werden von der Bodenverwertungs- und Verwaltungs GmbH (BVVG) und den bundes- und landeseigenen Liegenschaftsgesellschaften Landwirtschaftsflächen und Wälder in Größenordnungen verhökert. Für die Natur, aber auch für die regionale Landwirtschaft wird dies verheerende Folgen haben. Wo bleibt hier der Aufschrei der Bauern und Kommunen?

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