Waltraut Reinke zur Bahn-Wiederbelebung und zum neuen Werbeslogan

„Wo bleibt da der Aufschrei?“

Zum Artikel „Vision: Mit dem Zug zur Arbeit ins VW-Werk“, AZ vom 16. Januar, schreibt Waltraut Reinke aus Salzwedel:.

Leserbrief

Endlich tut sich etwas auf der ehemaligen Strecke Salzwedel-Oebisfelde bzw. Klötze. Seit Jahren bringt sich Michael Schrader dafür mit Herzblut ein, die Strecke zu reaktivieren. Da finden sich Leute, die diese Arbeit ins Lächerliche ziehen. Das ist recht unverschämt. Noch unverschämter ist es, die Entwidmung dieser Teilstrecke zu verlangen. Sie hätte gar nicht erst stillgelegt werden dürfen! Dieses war eine politische Entscheidung. Weiter geht es dann mit dem Abschaffen des Haltepunktes Meßdorf. Was kommt als Nächstes? Solche Dinge lassen wir uns einfach gefallen. Wo bleibt da der Aufschrei?

Salzwedel war einmal Eisenbahnknotenpunkt und ist zum Durchgangsbahnhof (ohne vernünftigen Bahnhof und WC) verkommen. Wen kümmerts denn schon, wenn man sich nicht mal die Mühe gemacht hat, den Tourismusmagnet Dampflokfreunde hier zu halten. Bisher ging die Bahn, auch ein Eckpfeiler einer Infrastruktur, nur den Bach runter.

Man schreit nach Arbeitsplätzen und Fachkräften. Unterstützung finden junge Menschen wie Michael Schrader hier nicht, im Gegenteil. Es sei erwähnt, dass er eine bundesweite Auszeichnung bekam, aber bekanntlich zählt der Prophet im eigenen Land nichts.

In den alten Bundesländern macht man es uns wieder vor, alte Strecken neu zu beleben. Da steht dann die ganze Region dahinter. Wir sind so dumm und warten ab, lassen die anderen erstmal machen. Ja wundert man sich da noch über die „Grüne Wiese“-Werbung?

Warum hat damals kein Politiker den Wiederaufbau der abgerissenen Eisenbahnbrücke über den Kanal gefordert? Man stelle sich vor, die Strecke Salzwedel-Uelzen wäre zu DDR-Zeiten entwidmet worden. Ob es dann die Verbindung nach Hamburg gäbe? Die Altmark ist nicht nur als Reiterparadies bekannt, sondern besitzt auch ein gut ausgebautes Radwegenetz. Aber ein Gesamtkonzept scheint es für unsere schöne Region nicht zu geben.

Nichts passt zusammen und jeder macht, was und wie er will, oder auch nichts. Statt festzuhalten, was wir noch haben, und wieder auszubauen, gibt es nur Querelen und Diffamierungen. Da kann es einem schon über werden, hier wohnen zu wollen, auch wenn Herr Haseloff es als Glück bezeichnet.

Leserbriefe geben die Meinung des Verfassers wieder. Anonyme Briefe werden nicht veröffentlicht. Kürzungen behält sich die Redaktion vor.

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